Kurze Gschichten im Oktober und November

 

40 Jahre Jazz Tage in Erding

Die Jazztage gehören wie das Herbstfest und die Orgeltage zum festen kulturellen Bestandteil der Stadt. Im November 1979 gingen sie unter der Schirmherrschaft des damaligen Kulturministers Hans Maier an den Start mit den Highlights „Max Neissendorfer Trio“,  Karl Bergers „New Woodstock Orchestra“ und dem belgischen Gitarrenvirtuosen „Philipp Catherine“. Klaus Doldinger, Lionel Hampton, Paul Kuhn, Herbie Hancock, Dizzy Gillespie, Max Greger – sie alle gaben sich „die Ehre“. Dennoch wollten und konnten die Jazz Tage nie den ganz  Großen Festivals Paroli bieten. Die Erdinger „konterten“ mit „Jazz in allen Gassen“ und Gospelkonzerten, die bald eine eingefleischte Fangemeinde hatten, mit „Jazz für Kinder“, Lesungen zu Jazz-Musik oder Drummer-Workshops boten die Erdinger Jazz Tage ein Forum für lokale Jazz-Ensembles, welches heute noch Bestand hat.

Bläserlastig ist der Auftakt in der Kreismusikschule am Freitag, 2.11., mit Rüdiger Baldaufs Trumpet Night mit Stargast Nils Landgren, einem der erfolgreichsten Jazzmusiker Europas. Von seinem Markenzeichen, der roten Posaune, hat er den Spitznamen „Mr. Red Horn“. Baldauf selbst gehört zu den gefragtesten Trompetern Deutschlands, komplettiert von Andy Haderer und Joo Kraus, Sänger Edo Zanki, Bruno Müller (Gitarre), Christian Frentzen (Keyboard), Marius Goldhammer (Bass) und Mario Garruccio (Drums). Im Gasthaus zur Post und der Airbräu-Tenne geht’s am Samstag Vormittag, 3.11., weiter. Das Repertoire von „Heye’s Society“ reicht von der Frühphase des Jazz bis zum Ragtime. Sechs Herren mit viel Freude an der Improvisation. Swingin‘ Entertainment zieht zeitgleich am Flughafen mit der „Hot Stoff Jazzband“ mit Trompeter Heinz Daubner ein, mit einer künstlerischen Bandbreite von Gloria Gaynor über Harald Juhnke bis hin zur Spider Murphy Gang. Ab 14 Uhr bieten die „Jazz Lions“ in der Reihe „Jazz für Kinder“ in der KMS ein Konzert für Kinder und Erwachsene. Das Septett reist dabei durch die Welt des Jazz mit fröhlicher Dixie- und Swingmusik, jazzigen Kinderliedern und Songs mit spaßigen Texten. Ola Onabule übernimmt dann ab 19 Uhr ebenfalls in der KMS mit „Groove Galaxy“. Onabule mit seiner virtuosen Stimmkraft, emotionalem Ausdruck und gehaltvollen Texten gastierte bei internationalen Jazz-Festivals in Montreal, Vancouver, Istanbul und London. Groove Galaxy ist das jüngste Projekt des Lokalmatadors und Ausnahme-Schlagzeugers Arno Haselsteiner, dazu zählen Keyboarder Oliver Hahn, Bassist Patrick Scales und Gitarrist Michael Vochezer. Soul Jazz trifft hier auf Fusion.
Am Sonntag, 4.11., zum Abschluss der Jazztage in der KMS ab 11 Uhr die Matinee mit Ernst Molden und Walther Soyka.

 

Ab 21. Oktober Klinikum Erding: Fotoausstellung Claus Langheinrich: !Kinder!Kinder!

Wie ist es, Kind zu sein? Wie war es, selbst Kind zu sein? Wenn das Leben im Hier und Jetzt stattfindet? Wenn nur der Augenblick zählt? Diesem Hier und Jetzt in der Kindheit ging Claus Langheinrich in einem fotografischen Langzeitprojekt nach. Acht Jahre hat er die Kleinen fotografiert: in Afrika, Europa, Südamerika, Indien und Zentralasien und dabei Höhen und Tiefen von Kindern ausgeleuchtet. Aus dieser Arbeit zeigt er ab 21. Oktober im Klinikum Erding 39 großformatige Farb- und Schwarzweißfotos.

Es sind keine der oftmals überdrehten, gestellten und aufwändig inszenierten Bilder. Er zeigt stille und laute, mit seiner Kamera in Bruchteilen von Sekunden eingefrorene Momente. Eindringliche Bilder aus Alltagssituationen, die Kindsein darstellen: Wenn der Mund der Kleinen vom Eisschlecken verschmiert ist, wenn sie beim Seilspringen glückselig in die Kamera schauen oder mit ihrem Papa, auf dem Motorrad sitzend, stolz wie ein siegreicher Rennfahrer um die Jurte sausen, dann fühlt sich der Betrachter der Bilder mitten im Geschehen, hineingezogen in ein visuelles, vielfach energiegeladenes Erlebnis. Man spürt geradezu die Kälte, welcher der äthiopische Junge aus den Simien-Mountains mit seinem Bademantel trotzt. Völlig entrückt erlebt man die Kleine aus Togo beim Lesen eines Bilderbuches, während ihre Mama schläft. Ganz im Bewusstsein, dass sie fotografiert wird, präsentiert sich das kleine Mädchen mit grünem Sonnenschirm, gelber Sonnenbrille und weißer Perlenkette beim Naadam-Fest in der Mongolei.

Klinikum Erding: 21. Oktober 2018 bis 4. Januar 2019

 

Kreistag: Keine Mehrheit für Seniorenvertretung

Die SPD-Fraktion hätte gerne eine landkreisweite Seniorenvertretung, da von den rund 140.000 Bewohnern des Landkreises 17 Prozent oder fast 24.000 Bürger 65 Jahre und älter sind. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) hatte das Thema bereits im Rahmen einer Bürgermeister-Dienstbesprechung zur Diskussion gestellt. „Dabei stellten wir fest, dass es bislang in den 26 Gemeinden im Landkreis lediglich in Taufkirchen und Forstern Seniorenbeauftragte gibt. Daraus können wir wohl kaum eine Vertretung auf Landkreisebene ableiten.“

Zum anderen hätten alle 26 Gemeinden eine Landkreis-Seniorenvertretung abgelehnt, da sich diese in klassische Aufgabenbereiche der Kommune einmischen würde. „Überdies beschäftigt der Landkreis mit Ruth Preuße seit Jahren eine Seniorenbeauftragte, die sich um alle Belange älterer Menschen im Landkreis Erding kümmert.“ Einig war sich der Landrat mit den meisten Kreisräten im Kreisausschuss auch, dass es völlig unklar sei, wie die Seniorenvertretung besetzt werden sollte. „Durch Wahl? Dürfen dann nur die Senioren wählen oder alle? Oder durch Ernennung? Und ist das dann ein beschließendes Organ mit eigenem Etat?“, fragte Bayerstorfer.

Ursula Dieckmann (SPD) versuchte gemeinsam mit Fraktionskollegin Getrud Eichinger zu erklären, dass man sich das so vorstelle wie Jugendbeiräte, dazu müsse es keine Wahl geben, sondern aus jeder Gemeinde solle jemand dazu ernannt werden. „Es gibt andere Landkreise mit Seniorenvertretungen, etwa Dachau oder Lindau, die treffen sich zwei oder drei Mal im Jahr und tauschen sich aus, was auf kommunaler Ebene gut funktioniert oder eben auch nicht und setzen das dann im Landkreis entsprechend um“, sagte Dieckmann. Auch Helga Stieglmeier (Grüne) unterstützte den Antrag, „es geht nicht um Kritik an der Seniorenbeauftragten oder der etwas wegzunehmen, sondern darum, dass es einen intensiveren Austausch der Erfahrungen und Informationen gibt.“

Erdings OB Max Gotz (CSU) erwiderte, dass sich alle 26 Bürgermeister gegen eine solche Einrichtung ausgesprochen hätten, „das muss man doch als Demokrat akzeptieren! Keiner von uns ist gegen Seniorenpolitik, alleine in Erding sind 40 Prozent der Bürger über 60, da müssen und da tun wir auch was – aber dazu brauchen wir keinen Seniorenbeirat beim Landratsamt!“

Mit 9:3 Stimmen votierte der Kreisausschuss gegen den Antrag der SPD.

 

Museum F. X. Stahl ab 26. Oktober: Wilfried Lang - Die Lust zu zeichnen!

Wilfried Lang (1936 bis 2013)  war gelernter Schaufensterdekorateur und Siebdrucker. 1936 in der damals noch bayerischen Pfalz geboren, hat er schon früh Zeichentalent gezeigt. Der jüngste Bub unter sieben Geschwistern durfte Dekorateur lernen und in diesem damals noch sehr handwerklich geprägten Beruf sein zeichnerisches und künstlerisches Geschick ausleben. Er arbeitete in Pirmasens, Kaiserslautern und Karlsruhe, ab 1965 in Erding.

1975 war der Beginn seiner selbständigen Tätigkeit in Erding als Grafiker und Siebdrucker. In den Folgejahren prägten seine Signet-Entwürfe das öffentliche Erscheinungsbild vieler Erdinger Betriebe und der Stadt. Ein Höhepunkt war das Plakat für die 750-Jahrfeier der Stadt Erding. Mit seiner freien künstlerischen Tätigkeit blieb er eher im Hintergrund. 1972 war er Gründungsmitglied des Bunten Kreises (heute Kunstverein Erding e.V.) und nahm auch an dessen ersten Ausstellungen teil. Berufsbedingt blieb die Zahl seiner freien Arbeiten gering, war aber immer von hoher Qualität. 2012 – ein Jahr vor seinem Tod – entstand eine Serie „Späte Zeichnungen“, die im Herbst 2012 im Landratsamt Erding in einer Ausstellung gezeigt wurde.

Das Museum F. X. Stahl zeigt diese Sonderausstellung mit Zeichnungen und Gemälden ab der „Langen Nacht der Museen und Galerien“ am 26. Oktober bis zum 6. Januar 2019. In der Dauerausstellung des Museums sind Werke des Tiermalers Franz Xaver Stahl (1901–1977) zu sehen sowie die einst privaten, original erhaltenen Wohnräume mit dem Künstleratelier Stahls.

 

Museum F.X. Stahl, Landshuter Straße 31: 26. Oktober 2018 (17 – 22 Uhr), danach bis 6. Januar 2019 jeden Sonntag 14-17 Uhr

 

Taufkirtamarkt am 20. und 21. Oktober:
Traditionelles und modernes Kunsthandwerk in Taufkirchen

Wenn der goldene Oktober die letzten warmen und sonnigen Tage des Jahres über das Land schickt, ist wieder Kirchweih oder Kirta, wie man im Altbairischen sagt. Am Wochenende 20. und 21. Oktober findet im malerischen Taufkirchener Wasserschloss wieder der „TaufKirtamarkt“ statt. Bereits zum fünften Mal begeistert dieser außergewöhnliche Markt die Besucher mit seiner einzigartigen Kulisse.
Ab 10 Uhr bieten über 35 Aussteller aus allen Bereichen des Kunsthandwerks ihre Unikate im Innen- wie auch im Außenbereich des Wasserschlosses an: Aus traditionellen und hochwertigen Materialen, wie Glas, Holz, Metall, Filz, Papier oder Keramik zaubern die ausstellenden Kunsthandwerker mit Liebe zum Detail modernen Schmuck, außergewöhnliche Taschen und Kleidung, Skulpturen und vieles mehr. Saisonale Floristik sowie ausgefallene Hüte, Mützen und Kleidungsstücke stimmen auf den Herbst ein. Durch das bunte Rahmenprogramm, einer Führung durch die Schlosskapelle für die Erwachsenen oder Märchenerzählungen für Kinder wird es garantiert niemandem langweilig.
In einer Apfelausstellung bietet der Heimat- und Verschönerungsvereins die besten neuen und alten Apfelsorten zum Probieren an. Nach dem Bummel über den TaufKirtamarkt gibt es auf der Schlossterrasse passend zum Kirchweihfest in Schmalz gebackene „Kirtanudeln“ und bairische Schmankerl. Mit frisch zubereiteten Speisen sowie Kaffee und hausgemachten Kuchen ist für das leibliche Wohl bestens gesorgt.

Weitere Infos: www.taufkirchen.de/marktgemeinde/maerkte/taufkirtamarkt/

 

Museum Erding: Den Turm vor die Linse!
Fotowettbewerb zum Schönen Turm

Der Schöne Turm bei Tag oder Nacht, bei Sonnenaufgang, in der erleuchteten Adventszeit, im grauen Herbstnebel oder die Spiegelungen des Erdinger Wahrzeichens in den vorbeifahrenden Autos? Was ist Ihr Lieblingsdetail am Schönen Turm?
Parallel zur Sonderausstellung „Unser Schöner Turm. Stadttor – Wahrzeichen – Marke“ lobt das Museum Erding in Kooperation mit dem Fotoclub Erding e.V. einen Fotowettbewerb zum Schönen Turm aus.
Fotomontagen, Fotokollagen und künstlerische Bildbearbeitung sind erlaubt, auch Fotos älteren Datums können eingereicht werden. Wichtig: Pro Teilnehmer ist nur ein Bild erlaubt, jeder sollte auf gute, hochauflösende, druckfähige Bildqualität achten, besonders bei Selfies und anderen Schnappschüssen!
Jeder Teilnehmer, der ein Foto beisteuert, erhält eine Freikarte für einen Besuch im Museum Erding. Für den 1. Preis winkt ein individueller, halbtägiger Foto-Workshop durch den Fotoclub Erding e.V., der 2. Preis ist eine Turmführung auf den Stadtturm von Erding für 2 Personen und als 3. Preis winkt eine Stadtführung durch Erding für 2 Personen. Die drei Gewinner werden im Rahmen einer kleinen Feierstunde aller Wettbewerbsteilnehmer am 18. Dezember bekanntgegeben. Während der Weihnachtsferien vom 26. Dezember bis 6. Januar werden die Gewinner-Motive im Museums-Café ausgestellt.
Einsendeschluss ist der 9. Dezember 2018, den Fotobeitrag bis dahin unter Angabe von Postanschrift, Email-Adresse, Alter und Stichwort „Fotowettbewerb Schöner Turm“ per Email an museum@erding.de schicken.

 

KBW Erding, 13. Oktober: Samurai-Shiatsu für Senioren

Sich und den Angehörigen etwas Gutes tun? Bewegen und Bewegtwerden mit einfachen Übungen am Rücken! In diesem ersten Workshop mit Shiatsu-Praktikerin Margit Koller erfahren pflegende Angehörige in einer Partnerübung eine einfache Abfolge von Shiatsu-Griffen für eine wohltuende Rückenanwendung im Sitzen am bekleideten Körper. Diese Übung kann man sofort „mit nach Hause“ nehmen und damit alle Angehörigen oder Partner verwöhnen. Diese achtsamen Berührungen fördern die Körperwahrnehmung, aktivieren die Lebensenergie und bringen ohne Kraftanstrengung beide Partner in entspannte Bewegung. Ergänzende Übungen aus dem „Samurai-Programm für Senioren“ runden dieses Wohlfühlprogramm ab.

 

Samstag, 13.Oktober, 10 Uhr, KBW Erding, Kirchgasse 7

 

 

 

 

 

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