Wir machen etwas Schönes

Das Gesicht des Stadtparks wird sich ändern

 

Der Erdinger Stadtpark ist ein absoluter Wohlfühlort für Menschen und Tiere: die einen ruhen sich auf den Wiesen aus, lesen ein Buch, treffen sich zum Ratschen, Kinder tollen und spielen herum. Die anderen werden Gassi geführt, Katze, Maus, Vogel und Igel finden hier ihren Lebensraum. (Esel Max musste nun leider weichen!) Ein herzliches „Vielen Dank dafür!“, können die Erdinger an Walter von Grainger adressieren, der im Jahr 1822 das Areal rund um das Schloss und die Barock-Kirche Heilig Blut als Parklandschaft nach englischem Vorbild anlegen ließ. Unter der Ägide der Heilig Geist Stiftung, seit 1877 Eigentümerin des Parks, wurde 1934 noch ein Spielplatz angelegt, ein Jahr später folgte das Tiergehege. Danach blieb der Park weitgehend sich selbst überlassen. Das hatte zur Folge, dass er im 20. Jahrhundert seine Attraktivität durch mangelnde Pflege vor allem der Sträucher wie auch der vor über 120 Jahren angepflanzten Bäume immer mehr verlor. Das Wegenetz verwucherte, es entstanden Trampelpfade, Freiflächen waren so gut wie keine mehr da, der Uferbereich der Sempt als solcher kaum mehr erkennbar.
 

Vor gut fünf Jahren entschloss sich daher die Stadt Erding zu einer aufwändigen Renaturierung und Neugestaltung des Parks. Dies ist ein „Abfallprodukt“ der Bewerbung um die Bundesgartenschau 2018, dessen Kernpunkte die Sanierung und Aufwertung des Kronthaler Weihers sowie des Stadtparks waren. Nach dem ersten Part im Jahr 2013 strebt der Stadtpark nun seinem zweiten Sanierungs-Abschnitt entgegen. Das Konzept, welches die Marzlinger Landschaftsarchitekten Narr und Rist vorgelegt haben, ist wirklich überzeugend. Auch beim Preis: Die Kostenschätzung aus dem Oktober 2015 in Höhe von 3,85 Millionen Euro kann nicht eingehalten werden. Die Steigerungen sind aber nachvollziehbar, denn aufgrund der deutlich gestiegenen Kosten im florierenden Bausektor und der 2015 nicht vorhersehbaren Altlastenentsorgung im Bereich des Tiergeheges, liegt die Kostenschätzung nun bei 4,45 Millionen Euro.

 

Nachdem die Planungen in den Fraktionen und auch Stadtrat grünes Licht erhielten, begannen im September die sensible und naturschutzfachliche Pflege der Bäume und Sträucher. Hierzu wurden für ein komplettes Baumkataster über 1400 Einzelbäume bewertet, 60 Vogelarten, Fledermäuse, Libellen und eine Vielzahl von Amphibien erfasst. „Wir gehen bewusst an die Aufgabe heran und es wird eine deutlich verbesserte Artenvielfalt geben“, so Martin Rist.

 

Umbau für alle Alters- und Interesssensgruppen

Wie schaut der zweite Umbau konkret aus? Ein großer Eingriff ist an der Hangkante zum Anne-Frank-Gymnasium geplant: Die Kante ist zugleich das alte Hochufer der Sempt und soll künftig als Naturdenkmal durch Herausnahme von Bäumen und Büschen wieder deutlich sichtbar werden. Eine ökologische Aufwertung erhält die Sempt durch den Einbau von Buhnen, das sind Vorrichtungen, die die Fließgeschwindigkeit mindern. „Es ist aber auch sehr beeindruckend, wie viele Ideen hier generationenübergreifend für Kinder, Schüler, Erwachsene und Senioren vorgeschlagen und realisiert werden“, prognostiziert OB Max Gotz. Die große Wiese wird bleiben, hier wird es Angebote für Schach und Boule geben sowie auf die Bedürfnisse von Senioren ausgerichtete Fitnessangebote. Die Wiese bildet auch den Start- und Endpunkt für einen Fitnesspfad für jede Altersgruppe. An Stelle des Tiergeheges kommt ein Kleinkinder-Spielbereich für drei bis sechs Jahre. Der Spielplatz mit Schwerpunkt „Wasser“ ist dem Leitthema „Altstadt Erding“ untergeordnet, das von Museumsleiter Harald Krause ins Spiel gebracht wurden und wo sich Wassergraben, Stadttore und –mauern sowie Spielhäuser als bespielbare Elemente wiederfinden. Das Zentrum bildet eine Sand-Insel, die von einem 15 Zentimeter tiefen Wassergraben umgeben ist. Die Zugangsbrücken symbolisieren die Haager, Landshuter und Münchener Straße, die Mitte ist der Schrannenplatz. Die beiden Spieltürme sind Erdings Wahrzeichen, dem Frauenkircherl und dem Stadtturm nachempfunden. Und natürlich ist auch eine Matschanlage mit dabei.
„Wir werden die Trampelpfade im Park auflösen und daraus ein Radwegenetz entstehen lassen“, erläuterte Architekt Rist. Aktuell werden Vegetationsmaßnahmen durchgeführt, die den Startschuss für die Umsetzung der Planungen im Frühjahr darstellen.

Nun fehlt noch die Antwort auf die Frage: „Wo ist Esel Max und kommt er wieder?“ Das Kleintiergehege bleibt, Damwild und Esel jedoch wird es aus Tierschutzgründen nicht mehr geben. „Aber Max geht es gut“, so sein Namensvetter Gotz. „Er ist bei Artgenossen in Erding untergekommen!“

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© FRED MAGAZIN Verlag Das Magazin für Erding und die Region