Fair Weltladen Duka

Feieram 5. Juli

 

 

Schokolade lieben wir alle. Aber wer macht sich Gedanken, wie es zu einem Preis von 49 Cent für 100 Gramm Markenschokolade kommt? Was verdient der Kakaobauer, der mühsam von Hand die Bohne aus den Früchten schält, wäscht, trocknet? Einen ganz anderen Weg geht daher der „Fair-Weltladen DUKA“ am Dorfener Rathausplatz. Am 5. Juli ab 18 Uhr feiert er mit einem großen Fest umrahmt mit Weinverkostung, Trommelworkshop und Preisverleihung, sein  fünfjähriges Bestehen.
Aktuell sind 19 Personen ehrenamtlich im Dorfener Fair-Fachgeschäft tätig. Von 1992 bis 2014 agierten sie als „Arbeitskreis DUKA“. Mit dem Umzug von der Marktkirche in das fünf Mal so große Geschäft mit nun rund 40 Quadratmetern Verkaufsfläche am Rathausplatz sowie der
Ausweitung des Warensortiments als auch der Öffnungszeiten wollte und konnte der  Arbeitskreis die Verantwortung zwar weiterhin auf den ehrenamtlichen Schultern tragen. Allerdings übernahm die Trägerschaft das Fair Handelshaus Bayern. Damals wie heute: Das Geschäft „läuft“ bestens, das Konzept fair gehandelter Produkte fi ndet eine immer breitere
Käuferschicht. Gut vier Meter lang ist das „Süßwaren“-Regal, „Bio Schoko Noir Paranüsse“
von Gepa liegen neben „Grünen Mangos“, „Zitronen-Pfeffer-“ und „Mango-Kokos“-Schokolade sowie dem Neuzugang, der Schokolade von „fairafric“, einer nach dem Bean-to-Bar-Prinzip produzierten Schokolade. „Hier bleibt die komplette Wertschöpfung im Land Ghana, dort
wird die Kakao-Bohne geerntet, zu Schokolade verarbeitet und als fertige Tafel verpackt. Ein echtes Ursprungsprodukt“, erklärt Weltladen-Mitarbeiterin Karin Kölbl, die seit zweieinhalb Jahren im Laden dabei ist und seit August 2018 auch Leitungsfunktionen übernommen hat.
Jede fairafric-Tafel hilft, qualifizierte Arbeitsplätze in Afrika zu schaffen, die wiederum höhere Einkommen, und damit besseren Zugang zu Bildung und Gesundheitsvorsorge ermöglichen.
Ähnlich wie bei den Süßwaren sieht es bei Kaffee und Tee aus. Fair gehandelter Kaffee aus Äthiopien oder Nicaragua steht neben Tees aus Südafrika oder Indien. Zudem findet man Öle, Gewürze, Salze und Brotaufstriche. Auch Kosmetikartikel, wie handgemachte Seifen aus Syrien und Indien oder Cremes und Körperöle aus Ghana - alle hergestellt ohne synthetische oder künstliche Zusätze – gibt‘s in dem kleinen Geschäft. Dazu passend Dusch- oder Badetücher
aus Bio-Baumwolle „super dünn und saugfähig in der tunesischen Hammam-Badekultur verbreitet.“ Und nicht zu vernachlässigen das große Angebot an Schmuck, Taschen, Schals und Spielwaren. „Sowohl wir arbeiten aus Überzeugung hier, aber auch unsere Kunden wollen mit dem Kauf von fair gehandelten Produkten den Produzenten vor Ort zu besseren Arbeits- und Lebensbedingungen verhelfen“, betont Kölbl. Auch wenn die Waren teurer sind als in den handelsüblichen Discountern, „der Preis ist gerechtfertigt und die Produkte sind absolut hochwertig.“

 

Bitterer Nachgeschmack der süßen Schokolade
Der Deutsche isst laut Statistik durchschnittlich 116 Tafeln Schokolade
im Jahr, nach den USA sind wir der zweitgrößte Verarbeiter von
Kakaobohnen. Hiesige Hersteller produzieren jährlich über eine Million
Tonnen Schokolade, die zwei weltweit größten Lieferanten für Kakao
sind die Elfenbeinküste und Ghana. Die Kakaobauernfamilien sind von
einem existenzsichernden Einkommen weit entfernt und leben in Armut,
oft deutlich unter der absoluten Armutsgrenze von 1,25 US-Dollar/Tag.
Beim nachhaltigen Kakaoanbau stehen die Professionalisierung des
Kakaoanbaus und damit eine Verbesserung der Lebensverhältnisse der
Kleinbauern und ihrer Familien im Vordergrund. Labels wie Fairtrade-,
Rainforest Alliance- sowie UTZ-zertifi zierte Schokoladen und Kakaoprodukte
dokumentieren diese Überprüfung. Ihr Anliegen ist es, die wirtschaftliche,
ökologische und soziale Situation der Farmer vor Ort durch
gerechtere Handelsbeziehungen auf Dauer zu verbessern.

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