Dusche oder besser Vollbad?

Landkreis Klimaschutzatlas gibt Tipps zum Energiesparen

 

 

Ob Stromsparen im Haushalt, Energiesparen im Bereich Wärme, Klimaschutz bei Mobilität, Reisen, Ernährung und Konsum: der neue Klimaschutzatlas des Landkreises nimmt konkret Stellung und gibt Tipps. Beantwortet werden Fragen zur Dämmung des Gebäudes, LED Lampen, Elektrogeräte-Kauf, ob es wirklich ein Vollbad sein muss, oder wie man durch umweltbewusstes, regionales Einkaufen seinen persönlichen Beitrag zur Reduzierung der Treib-
hausemissionen beiträgt.
Mit dem druckfrisch aufgelegten Klimaschutzatlas hat der Landkreis Erding sich bis zum Jahr 2030 ambitionierte Ziele gesteckt, denn „zu den zentralen Aufgaben im 21. Jahrhundert gehört die Bewältigung des Klimaschutzes auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene“, so Erdings Klimamanager Michael Perzl. Neben Handlungsempfehlungen und -maßnahmen für Kommunen wie auch Bürger enthält das 56 Seiten starke Heft eine aktuelle Bestandsana-
lyse und Berechnung der CO2 - Bilanz sowie konkrete Klimaschutzziele für den Landkreis.
So verursachen Strom, Heizung und Mobilität, abzüglich der aus regenerativer Erzeugung, CO2
Emissionen von 607.854 Tonnen, pro Kopf sind das 4,42 Tonnen. In den kommenden 30
Jahren soll dieser Wert auf unter 2 Tonnen sinken. Bis zum „Zwischenziel“ im Jahr 2030 will der Landkreis mit Einsparungen von 20% schon mal die Marke von 3 Tonnen CO2 pro Kopf
erreichen. Bei den strombedingten CO2 Emissionen ist der Landkreis bereits klimaneutral, da durch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 37.500 Tonnen mehr CO2 eingespart werden, als durch den Stromverbrauch entsteht.

 

Stromverbrauch:
513.636 MWh ––> ergeben 148.109 Tonnen CO2/ 1,08 Tonnen pro Kopf
(53% Gewerbe/Industrie; 40% Haushalte; 5% Landwirtschaft; 2% Kommunen)
Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien: 651.203 MWh
(48% Wasserkraft; 32% Biomasse/-gas; 19% Photovoltaik; 1% Fossile BHKW; 0,03% Windkraft)


Um wärmebedingte CO2 Emissionen zu reduzieren muss sich an der aktuellen  Heizenergieversorgung mit den Hauptenergieträgern Heizöl (58%), Erdgas (28%), regenerativ (9%) und Strom (5%) deutlich etwas ändern. Perzl ist da recht zuversichtlich, denn „viele Öl- und Gas-Heizungen sind in die Jahre gekommen und werden durch energieeffizientere austauscht.“

 

Wärmeverbrauch:

1,475 GWh ––> 310.824 Tonnen CO2/ 2,27 Tonnen pro Kopf
(67% Wohnen; 31% Gewerbe/Handel; 2% Kommunen)


Beim Verkehr macht sich der Trend zur Elektromobilität bemerkbar, mittlerweile sind (Stand Ende 2018) 1.329 E-Fahrzeuge im Landkreis zugelassen, davon 1094 Hybrid und 235 reine Stromer, die sich an den 38 kommunalen Ladesäulen im Landkreis ihre Energie zapfen können. Im Landkreis waren insgesamt im vergangenen Jahr 115.480 Kraftfahrtzeuge zugelassen, jeder
Haushalt verfügt über 1,6 Autos, Tendenz steigend. Jeder Einwohner stößt so im Bereich Mobilität 2,43 Tonnen CO2 aus, macht in Landkreis-Summe 334.513 Tonnen. Angesichts dieser Zahlen sieht sich der Landkreis in der Verantwortung, „wir können als Planer und Regulierer, Versorger und Anbieter, aber auch als Förderer und Vorbild für Maßnahmen im Bereich Klimaschutz auftreten“, so Landrat Martin Bayerstorfer.
 

www.landkreis-erding.de/media/7423/klimaschutzatlas.pdf

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