Stoppt endlich die Umwelt-Zerstörer!

 

 

 

Alle reden seit Jahren vom Sterben der Insekten. Die logische wie tödliche Konsequenz: damit sterben auch unsere Vögel, Igel, Fledermäuse und Amphibien. Diese Tiere sind für uns aber eminent wichtig. Und wir wissen auch, wer sie auf dem Gewissen hat: die „armen“ konventionellen Landwirte sind es. Auf das Engste verbunden mit der Politik in Brüssel, Berlin und München stehen die Bauern sofort parat und halten die Hand auf, wenn es ein Hochwasser, einen Sturm oder eine Hitzeperiode gibt, wenn der Milch- oder Fleischpreis aus eigener Gier und Überproduktion im Keller ist. Und immer bekommen sie für eigene Fehler, die wir alle ausbaden müssen, Unterstützung. Gewaltige Summen.

Wer stoppt endlich diese konventionellen Bauern, die nichts weiter sind als Umwelt- und Landzerstörer?

 

Aktuell gibt es in Bayern rund 109 000 bäuerliche Betriebe (fast 60 Prozent als Nebenerwerb), die gemeinsam 3,2 Millionen Hektar auf Äckern, in Wäldern und Seen bewirtschaften. Im Landkreis Erding sind es 2000 Landwirte mit 60.000 Hektar. Im Schnitt ist also jeder bayerische Bauernhof 30 Hektar groß, das sind etwa 42 Fußballplätze. Trotz der seit Jahren stark steigenden Nachfrage nach biologischen und ökologischen Produkten wächst die Zahl der Biobetriebe nur sehr langsam, mittlerweile sind es 3200 bayerische Bio-Unternehmen oder 9 Prozent. Im Landkreis Erding gibt es lediglich 85 Bio-Betriebe! Weil aber die Nachfrage der Verbraucher nach Bio viel größer ist als das Angebot, importieren wir „biologische“ Äpfel und Birnen aus China oder Neuseeland – und die konventionellen Landwirte dürfen weiter mit Hilfe unserer Steuergelder unsere Natur zerstören

 

Laut Bayerischem Landwirtschaftsministerium erzielt jeder Vollerwerbsbetrieb jährlich einen Gewinn (da sind dann alle Unkosten und Steuern bereits abgezogen) von durchschnittlich 50.000 Euro im Jahr!. Nicht schlecht, oder? Ist aber auch kein Kunststück, denn annähernd die Hälfte seines Umsatzes bekommt jeder Bauer geschenkt – ohne dass er dafür irgendetwas tun muss:

# 897 Millionen Euro schenkt das Land Bayern für Forschung, Bildung und Beratung

# 1,3 Milliarden Euro gibt’s von der Bundesregierung für den Agrarsozialbereich

# 1,2 Milliarden Euro kommen direkt von der EU in Brüssel als „Förderung der gemeinsamen Agrarpolitik“

# 755 Millionen Euro kommen noch einmal aus München und Berlin als „landwirtschaftliche Fördermaßnahmen“.

 

Unter diese „Förderungen“ für unsere Landwirte fällt auch, dass sie den Liter Diesel immer um rund 30 Cent billiger bekommen als wir „Normalverbraucher“. Sie sind mit allen ihren Fahrzeugen von der Steuer befreit und der Staat bezahlt die landwirtschaftliche Unfallversicherung.

Der Staat? Das sind wir doch alle - aber warum schenken wir unseren Landwirten so viel Geld?

 

Begründet wird dies damit, dass die Landwirte eine „hohe Verantwortung für den Erhalt der Kulturlandschaften“ tragen, dass sie die Bevölkerung mit „qualitativ hochwertigen Lebensmitteln versorgen“, sie „prägen das soziale Gefüge in den Dörfern“ und sie „schaffen Einkommens- und Beschäftigungs-Möglichkeiten im ländlichen Raum“.

Nicht zu vergessen (so argumentiert man ernsthaft), dass sie „in den Bereichen Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz deutlich höhere Standards einhalten müssen als viele ihrer Kollegen in anderen Teilen der Welt“. Darum sollen angeblich die Produktionskosten bei uns höher sein, was in einem globalisierten Markt als Wettbewerbsnachteil wirkt. Die enormen Geldgeschenke sollen auch „zur Einkommenssicherung und -stabilisierung der Landwirte beitragen, indem sie die Auswirkungen der zum Teil extremen Preisschwankungen abfedern.“

 

Welcher andere freie Berufsstand - nicht Beamter - bekommt die Hälfte seines Einkommens vom Staat geschenkt, nur weil es Preisschwankungen gibt? Bäcker, Metzger, Schreiner, Schuster, Architekt, Dolmetscher, Masseur oder Künstler? Keiner bekommt einfach so Geld vom Staat. Doch unsere Landwirte - als „Umwelt-, Tier- und Verbraucherschützer“? Das ist doch wohl nur ein Witz:

 

#  In Deutschland gibt es heute 80 Prozent weniger Insekten als noch vor 20 Jahren!

Hauptschuldig ist die intensivierte Landwirtschaft samt der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln (nicht bei Befall, sondern schon vorab flächendeckend eingesetzt) sowie die ganzjährigen Bewirtschaftung: große Felder mit Monokulturen ohne Blüten, wenige schmale Feldränder, Hecken und Gehölze.

# Über 75 Prozent unser heimischen Blüten- und Nutzpflanzen werden von Hummeln, Honigbienen und Wildbienen bestäubt. Fehlen die, entstehen der Landwirtschaft große Verluste und uns fehlen die Früchte!

# Täglich wird in Deutschland eine Fläche von 90 Fußballfeldern für immer zubetoniert für Straßen und Häuser – fast immer sind die finanziellen Nutznießer die Landwirte, denen das Land gehört. In Bayern ist es jedes Jahr die Fläche des Ammersees oder täglich 13 Hektar. Ist das der Erhalt der Kulturlandschaft?

# Durch die EU- wie auch deutsche Agrarpolitik sind seit Jahren alle Tier- und Pflanzengruppen von einem eklatanten Rückgang betroffen, sagt das Bundesamt für Naturschutz

# Der Rückgang der Biodiversität, wie vor zehn Jahren in Berlin beschlossen, wurde nicht nur nicht erreicht, sondern hat sich verstärkt.

# Trinkwasser wird in Deutschland (in Südbayern haben wir noch Glück wegen der nahen Alpen) in den kommenden Jahren um 60 Prozent teurer werden wegen der hohen Nitratwerte im Grundwasser. Hauptverantwortliche: die Landwirte mit Biogasanlagen, immer noch größeren Schweine- und Geflügelfarmen, bei denen sie nicht wissen, wohin mit der gewaltigen Menge an Gülle.

# Monokulturen in den Wäldern – Fichten, die schnell wachsen, aber keinen Sturm aushalten – oder die extreme Überproduktion von Milch und der damit verbundene Preisverfall führen zu Verdienstausfällen. Obwohl es eigene Fehler sind, stehen die Landwirte sofort da und verlangen staatliche Hilfsgelder – und erhalten sie! Die nächsten werden die Zuckerrüben-Bauern sein, die ihre Flächen aktuell um 25 Prozent ausgeweitet haben und völlig überrascht sein werden, dass der Zuckerpreis bei einem so starken Überangebot drastisch fallen wird.

 

Wo bitte ist denn die Gegenleistung der konventionellen Bauern für diese vielen geschenkten Gelder? Warum müssen Landwirte nicht betriebswirtschaftlich arbeiten: Angebot und Nachfrage! Wann und wer stoppt diese Land- und Umweltzerstörer? Unsere Politiker tun es nicht - egal von welcher Partei!

 

www.kuerbisgarten.de

 

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