Landkreis Erding blüht

Im September 2018 hat der Kreis-Ausschuss für Struktur, Verkehr und Umwelt die Aktion „Der Landkreis blüht“ beschlossen. Die Auftaktveranstaltung fand nun im Beisein von zahlreichen
Bürgermeistern im Kreisobstlehrgarten Sankt Wolfgang statt. Erstaunlich war allerdings, dass von den Initiatoren des Volksbegehrens weder ein Vertreter der Grünen noch der ÖDP anwesend war, lediglich Ulla Dieckmann von der SPD nahm teil.

Landrat Martin Bayerstorfer  (CSU) und Wolfram Vaitl, Präsident des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespfl ege stellten gemeinsam fest, dass Erding die erste Region in ganz Bayern ist, die das Konzept der Staatsregierung „Bayern blüht“ – ohne Torf und Kunstdünger – intensiv umsetzt. „Wir alle gemeinsam, Kreis, Kommunen, Bürger und Landwirte, müssen wieder zurück zur ursprünglichen Natur“, sagte der Landrat beim Aussäen der Kräuter und Gräser.
Nicht ohne Stolz berichtete Bayerstorfer, dass sich der Landkreis seit Jahrzehnten um naturnahe Landschaften bemühe, wo er es beeinfl ussen könne. So gebe es etwa den herrlichen Kreisobstlehrgarten in Sankt Wolfgang bereits seit 1994, in dem man sich um den Erhalt alter bairischer Obstsorten erfolgreich bemühe. „Wir boten den Landwirten im Landkreis schon lange
vor dem Volksbegehren an, dass sie auf den kreiseigenen Flächen eine Ermäßigung der Pacht um 20 Prozent erhalten, wenn sie zehn Prozent ihrer Fläche für Blühwiesen zur Verfügung
stellen. Und wir zahlen jedem 50 Euro, der uns ein Kiebitz-Gelege nennt, damit wir diese tollen Vögel schützen können“, sagte Bayerstorfer. Aus seiner Sicht sei es wichtig, nicht eine  Berufsgruppe alleine verantwortlich für das Sterben von Pfl anzen oder Tieren zu machen, sondern gemeinsam darum zu kämpfen, dass dieses gestoppt werde. „Dazu zählen Schulungen
und Informationsveranstaltungen in Schulen, bei Vereinen und Landwirten ebenso wie auch unser jüngster Flyer „Blüten, Bienen, Schmetterlinge & Co.“, der viele nützliche Tipps zum
Erhalt der Artenvielfalt gibt.“ Nun würden in diesem Sinne eben auch Tütchen mit
Blühpflanzen-Samen verteilt zudem könne sich jeder Informationen beim Natur- und  Umweltberater des Landkreises, Michael Klinger, holen. „Wir haben in Bayern zwei Millionen
private Gärten, das sind insgesamt 135.000 Hektar – also eine ganz schön große Fläche. Und da müssen wir total weg vom englischen Rasen, von Steingärten. Da werden keine Nahrungsmittel für sehr viele Bürger angebaut, das ist privates Hobby, da kann jeder etwas tun!“, so  Bayerstorfer. Klinger erläuterte, dass man in den Samentütchen bewusst mehrjährige,
heimische Pfl anzensamen gepackt habe, 86 Prozent Kräuter und 14 Prozent Gräser, die in jeden Garten und für alle Insekten passen. „Da sind 40 verschiedene Kräuter drin, das blüht
herrlich und bis in den Spätsommer, jeder bekommt so ein Tütchen für drei Quadratmeter kostenlos im Landratsamt.“

Wolfgang Vaitl vom Gartenbauverband lobte den Landkreis, dass er als erster die Aktion der Staatsregierung „Bayern blüht“ so effektiv umsetze mit Informationen, Fachberatern und
Aktionen. „Ich sitze ja regelmäßig mit am Runden Tisch zum Artenschutz, da sind wir uns in vielen Punkten einig: Die privaten Steingärten müssen verschwinden, Glyphosat bei Privatleuten
total verboten sein, bei Landwirten so bald wie möglich. Jeder Privatmann muss auf Torf bei seiner Pflanzerde ebenso komplett verzichten wie auf künstliche Dünger“, forderte Vaitl.
Hinzu käme, dass die Verbraucher die Landwirte nach dem erfolgreichen Artenschutz-Volksbegehren auch dahingehend unterstützen müssen, das etwas teurere, aber biologische und heimische Gemüse und Obst zu kaufen. Ebenso weniger zu Fleisch essen, das aber aus der Region. „Wir müssen ganz schnell zurück zur Natur, dazu können Schulen mit Vorträgen und
Schulgärten ebenso beitragen wie jeder Bürger, nicht nur eine Berufsgruppe“, schloss sich Vaitl dem Landrat an.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© FRED MAGAZIN Verlag Das Magazin für Erding und die Region