Es muss jetzt etwas geschehen

Vorsitzender Kainz drängt auf Umsetzung des Artenschutzbegehrens

 

 

 Um die Artenvielfalt ist es nicht gut bestellt, die Zahl der Pflanzen- und Tierarten, die in den Roten Listen aufgenommen werden, wird immer länger. Gegen diese Abnahme der Biodiversität, dem Artensterben in Flora und Fauna „muss man etwas tun und auch die entsprechenden
gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen“, betonte Christian Kainz, Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) Fraunberg. „Eine freiwillige Basis oder ein bloßer Ap-
pell alleine reichen nicht“, darin ist sich auch Anton Euringer, ehemals langjähriger Leiter der Unteren Naturschutzbehörde im Erdinger Landratsamt sicher.
Sich auf dem Erfolg des im vergangenen Jahr erfolgreich durchgeführten Volksbegehrens für mehr Artenschutz auszuruhen sei ebenfalls zu wenig. „Es kommt nun auf die Umsetzung
an. Interessant und wichtig ist doch, was wirklich rauskommt“, betonte Kainz. Die resultierenden Diskussionen, die Anfeindungen, Polarisierungen, die gegenseitigen Angriffe
und Schuldzuweisungen hätten ihm gar nicht gefallen. „Oft hat man sich einfach ideologisch festgebissen.“ Er selbst habe niemanden angegriffen, sondern betonte: „Wir wollen den Klimaschutz mit den Landwirten gemeinsam machen, klar, dass es dann dafür einen Ausgleich geben muss.“
Das Ziel muss sein: „Weg von der unsäglichen Flächenförderung!“ Ausgehend vom LBV sieht er dabei auch die Bevölkerung in der Pflicht, Druck von unten aufzubauen und nicht darauf zu warten, bis etwas von oben herab komme. Ein nicht einfacher Weg, denn es gehe um viel
Geld und Lobbyismus. Aber auch die Landwirte könnten nicht einfach nur sagen „Das will ich nicht“, das sei nicht zielführend um auf ein neues System hinzuarbeiten. „Man muss sich die Situation draußen nur anschauen, der Artenschwund ist Fakt“, sagte Kainz. Hier gebe es auch keine Differenzen, „aber wie gehen wir das Problem an?“, fragte Kainz. Einige profitieren davon, wenn alles beim Alten bleibe, „das kann es aber nicht sein.“ Also stelle sich die Frage:
„Wie setzt man was um, wer ist betroffen?“ Und hier kommt die Landwirtschaft ins Spiel, aber eben auch die Kommunen und Privatpersonen. Keiner dürfe der Verlierer sein, „also muss es uns das auch in finanziellen Mitteln wert sein.“
Artensterben gebe es schon immer, aber die Frage sei, ab wann es uns direkt betreffe, stellte Euringer in den Raum. „Reicht es dort zu stoppen, wo wir jetzt sind? Wie viele aussterbende
Arten können wir uns leisten? Jede Art stirbt aus, wenn ihre Lebensbedingungen verloren sind. Die Natur ist ein Netzwerk, eine Demokratie, die mit Verbündeten und Gegenspielern
arbeitet.“ Flurbereinigungen führten zum Heckenschwund, allgemein zu wenig Phytomasse, überdüngten Entwässerungsgräben, invasiven Neophyten wie Bärenklau oder Springkraut. Häufiges Mähen, der „geniale“ Mähroboter, der im Privatgarten alles „zusammenmanscht“,
das nicht-Ausweisen von Schutzgebieten, „das alles hat seinen Preis“, so Euringer. Unbegrenztes Wachstum zerstöre begrenzte Systeme, „begrenzte Flächen kann man nicht un-
begrenzt behandeln.“ Irgendjemand muss jetzt vorangehen.

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