„Maßvolle“ Umgestaltung des Notzinger Weihers für 2,5 Millionen Euro

Nachfrage nach Jugendzeltplatz gibt es seit Jahrzehnten

 

 

Gemeinsam mit Vertretern aus dem Kreistag und der Gemeinde Oberding überzeugte sich Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) von den Arbeiten am geplanten Jugendzeltplatz am Notzinger Weiher. Vertreter der unteren Naturschutzbehörde, des Planungsbüros Narr-Rist-Türk sowie der Firma Wurzer Umwelt, die für das Fällen und Entsorgen der Bäume verantwortlich ist, standen ebenfalls zur Verfügung.

 

Die Vorarbeiten der Firma Wurzer sind abgeschlossen, Häckselgut und Wurzelstöcke entfernt. Insgesamt wurden, so teilte Marcel Huber vom Landratsamt mit, „nur“15 Bäume gefällt, fast alles Pappeln. Es war einmal die Rodung von 86 Stämmen, davon 18 Bäume, geplant. „Allen Beteiligten war es ein großes Anliegen, die Fällarbeiten so gering wie möglich zu halten“, sagte Landrat Bayerstorfer. Erfreulicherweise wurden im Bereich des neuen Jugendzeltplatzes zwei ursprünglich zu fällende Bäume erhalten. Im Gegenzug für die Fällungen werden 25 neue Bäume (blaue Holzpflöcke) und 100 Sträucher gepflanzt. „Die Bäume, die stehen bleiben, wurden so mit Holzverschalungen und Wurzelschutzgräben versorgt, dass auch schwerere Baumaschinen da keinen Schaden anrichten“, sagte Huber.

Die Zufahrt zum neuen Zeltplatz ist angelegt, abgesteckt sind bereits die Umrisse des Servicegebäudes, das sich gut in die Fläche einfügen wird. Auch die Wegeführung für den Naturlehrpfad ist bereits zu erkennen, er wird maximal 1,50 Meter breit sein. „Die Streckenführung wurde an die natürlichen Gegebenheiten angepasst, an zwei Stellen wird auf Fällungen verzichtet und der Weg um Gehölze herumgeführt. Die spätere Ausgestaltung inklusive der Einrichtung eines Insektenhotels wird in Absprache mit allen Beteiligten erfolgen“, erläuterte Nina Huber vom Planungsbüro Narr-Rist-Türk.

Bei einem Rundgang um den See zeigten die Verantwortlichen, wo der neue Sandkasten mit Spielplatz entsteht, wo es drei breite Einstiegstreppen geben wird, die den bislang etwas beschwerlichen Zugang auch für Senioren verbessert. Gebaut wird zudem eine breite Sitzbank und ein kleiner Holzsteg, der etwa drei Meter weit in den See führt. Im Kiosk-Bereich wird ein moderner Toiletten- und Duschbereich gebaut, „seit Jahrzehnten mussten hier alle auf das Dixie-Klo, jetzt wird es endlich zeitgemäß“, sagte Bayerstorfer. Dieses Sanitär-Haus und auch das Kiosk von Heini Link (hier wird die neue Erste-Hilfe-Station in einem Nebenraum Platz finden) werden an den öffentlichen Kanal angebunden. Die bisherige Planung einer Kleinkläranlage wurde aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben.

 

Der Landrat ging auch auf den neuen Jugendzeltplatz ein. „Seit 16 Jahren bin ich im Amt, jedes Jahr kommt der Antrag nach einem Landkreis-Zeltplatz. Da gibt es bei enorm vielen Jugendgruppen ganz großen Bedarf und Nachfrage, so etwas haben wir schon lange gebraucht!“ Er betonte, dass dort Jugendliche bis 16 Jahren sein dürfen, ohne Alkohol, mit Nachtruhe ab 22 Uhr und „ohne große Partys und Remmidemmi!“ Stattdessen gebe es für Hängematten, eine große Feuerschale, Platz zum Zelten, ein Kiosk, Toilettenanlagen und zwei herrliche Badeseen in der Natur. Bayerstorfer betonte, dass die Arbeiten vor Ort, die insgesamt 2,5 Millionen Euro kosten und vom Landkreis alleine bezahlt werden, mit großem Sachverstand durchgeführt würden unter Berücksichtigung der Belange aller Beteiligter. „Der Notzinger Weiher war, ist und wird auch in Zukunft ein naturnaher Erholungsort für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises bleiben.“

Petra Bauernfeind (Freie Wähler) zeigte sich beeindruckt von den vorsichtigen Arbeiten am See. „Ich denke aber, der Jugendzeltplatz wäre am Kronthaler Weiher besser aufgehoben, hier ist doch zu wenig Platz dafür.“ Auch Helga Stieglmeier (Grüne) kritisierte den Standort für den neuen Zeltplatz. „Das ist doch eine Oase der Natur und sollte es auch bleiben – mit dem völlig unsinnigen Naturlehrpfad wird es das nicht.“

 

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