Grußwort von OB Max Gotz für die Volksmusiktage 2018:

Liebe Erdingerinnen und Erdinger, liebe Gäste,
 

die große Beliebtheit der Volksmusiktage, die Sie alle jedes Jahr durch Ihren zahlreichen Besuch unter Beweis stellen, empfinde ich als sehr angenehme Reaktion auf die zunehmende Hektik und Digitalisierung unserer Zeit. Natürlich lassen sich diese Trends nicht aufhalten. Und natürlich dürfen wir den Anschluss an die Zukunft nicht verpassen. Doch die Volksmusiktage sind meiner Wahrnehmung nach Teil einer gegenläufigen Bewegung. Immer mehr von uns erkennen Gott sei Dank, dass blindwütiges Vertrauen in die Technik Verluste zur Folge hat.

Soziale Medien zum Beispiel schaffen keine Gemeinsamkeit, sondern gaukeln sie nur vor, weil dennoch jeder Nutzer allein vor seinem Gerät sitzt. Suchmaschinen stellen zwar aberwitzige Mengen an Informationen bereit, werden es aber nie schaffen, sie zu einem Lebensgefühl zu verdichten. Die Volksmusiktage bilden dazu den maximalen Gegensatz: Ihre Veranstaltungen bringen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes zusammen und die Mitwirkenden verkörpern und vermitteln eine Identität – in unserem Fall die typisch bayerische. Zu deren Merkmalen zählt ja seit jeher eine gesunde Skepsis gegen alles übertrieben Moderne.

Damit wünsche ich Ihnen angenehme Stunden, egal an welchen Darbietungen Sie teilnehmen. Empfehlen Sie uns weiter, gerne auch über die neuen Medien! Wir sind da – ebenfalls typisch bayerisch - nicht kleinlich …

 

 

Volksmusiktage-Interview mit Xaver Reiser:                   „Musik, Gesang und Humor müssen verschmelzen“


Xaver Reiser aus Steinkirchen ist „Hochzeitslader, Progoda und Humorist“ und damit als Moderator des Haogartns zum Auftakt der Volkmusiktage (11. bis 13. Mai) bestens geeignet. Weil Lachen Menschen verbindet, spielt Humor sowohl bei einem Hoagartn als auch bei Hochzeiten eine wichtige Rolle, sagt Reiser im Interview.

 

Herr Reiser, Sie moderieren den Hoagartn am Freitagabend. Was darf bei so einer Veranstaltung nicht fehlen?
Xaver Reiser: Ein Hoagartn ist ein Treffen von Menschen, die gerne singen,  musizieren und die Unterhaltung pflegen. Humor und Witz erheitern die Menschen, bringen sie zum Lachen und lassen sie die Sorgen des Alltags vergessen. Das sind meine Erfahrungswerte. Ich sehe es als meine Aufgabe, diesen Teil des Hoagartns auszufüllen mit G‘schichtln und humoristischen Beiträgen aus dem Alltag der Menschen, in denen Erinnerungen wach werden und die Menschen sich wiederfinden. Musik, Gesang und Humor müssen zu einer Einheit verschmelzen, dann fehlt nichts bei so einer Veranstaltung.

 

Sonst sind Sie oft als Hochzeitslader im Einsatz. Was macht man da genau?
Xaver Reiser: Als Hochzeitslader betrachte ich mich als Berater und Begleiter des Brautpaars bei diesem wichtigen Ereignis. Ich gebe Tipps zum Ablauf des Festes und kläre darüber auf, was in der Vorbereitungsphase zu beachten ist. Es ist mir ein Anliegen, den Brautpaaren die Gebräuche über die Art des Feierns nahe zu bringen. Ich verharre allerdings nicht in der Vergangenheit. Letztendlich ist es wichtig, den Wünschen und Vorstellungen der Brautleute gerecht zu werden. Auch Bräuche und die Menschen wandeln sich.

 

Wie begleiten Sie das Fest selbst?
Xaver Reiser: Die wichtigste Aufgabe ist natürlich, am Tag des Festes immer präsent zu sein. Ich leite sozusagen als Zeremonienmeister das Fest in allen Belangen, um dem Brautpaar einen entspannten Tag zu bereiten. Humor und Witz dürfen auch dabei nicht zu kurz kommen. Wenn die Menschen beim Heimgehen  sagen „sovui hob i scho lang nimma glacht“, dann bin ich mit mir zufrieden.

 

Was ist typisch bayerisch, vor allem in der Volksmusik?
Xaver Reiser: Typisch bayerisch ist für mich die Sprache, meine Muttersprache, der Dialekt, der ja in unserem Land so vielseitig ist von Region zu Region. Oftmals kann man nur noch in der Volksmusik Texte hören, in denen Erinnerungen an Redewendungen und Ausdrücke wach werden, die schon längst in Vergessenheit geraten sind. Ich bin dankbar dafür, dass es noch viele Menschen in unserem Land gibt, die diese Kultur pflegen und bewahren. Das ist unsere Identität.

 

Interview: Christian Wanninger

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