Drei Erdinger am Start:

Tag des offenen Denkmals

 

 

Der 9. September steht als Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Entdecken, was uns
verbindet”. Ziel dieses Sonntags ist es, so die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und das Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Seit 1993 öffnen jedes Jahr am zweiten Sonntag im September historische Bauten, Stätten und Museen ihre Türen und laden zu Streifzügen in die Vergangenheit ein. „Geschichte zum Anfassen”, das bietet der Tag des offenen Denkmals den Besuchern dabei in wohl einmaliger Weise. Selbstverständlich ist auch Erding präsent, in diesem Jahr gleich mit drei „Stationen“: dem Museum Erding, dem Museum Franz Xaver Stahl sowie der Erlöserkirche in Klettham. Jeder kann hier entdecken, was uns verbindet und sich ein paar schöne Stunden und „Aha-Erlebnisse“ gönnen.
Das Museum Erding (Prielmayerstraße 1) hat am 9. September von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Seit
über 160 Jahren bietet es Einblicke in das Kultur-, Geschichts- und Wirtschaftsleben in und um
Erding. Der denkmalgeschützte Altbau aus dem 17. Jahrhundert wurde saniert und um einen harmonisch angefügten Erweiterungsbau vergrößert. Am Denkmals-Sonntag haben natürlich die Dauerausstellungen geöffnet: Stadtgeschichte, Archäologie, Kunst & Künstler, Sammlung Rudolf L. Reiter, Alltagsgeschichten, Loderer- und Glockengießerhandwerk sowie die aktuelle Sonderausstellung „Unser Schöner Turm. Stadttor - Wahrzeichen – Marke“. Die  Museumsführungen werden von Harald Krause und Elisabeth Boxberger geleitet.
Um 12 und 16 Uhr zum Schönen Turm, um 14 Uhr dreht sich alles ums Thema „Gold. Silber. Bronze. Ein Archäologischer Streifzug“. Wen es aus den Räumen hinaus zieht, der sollte
sich die Kunstspaziergänge in die Altstadt nicht entgehen lassen. Um 11 Uhr führt Dr. Albrecht Gribl zum Thema „Zwischen Himmel und Hölle: Kostbarkeiten östlich vom Schönen Turm“ oder um 13 Uhr zu den „Zierreichen Bürgerhäusern südlich vom Schönen Turm“.

Das Museum Franz Xaver Stahl (Landshuter Straße 31) in Erding öffnet an diesem Tag von 14 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt seine Tür. Seit 1990 steht das Biedermeierhaus aus dem Baujahr 1840 unter Denkmalschutz. Der berühmte, 1901 in Erding geborene Tiermaler Franz Xaver Stahl hat hier, in seinem Geburtshaus, bis zu seinem Tod 1977 gewohnt und gearbeitet. Seine Wohnräume und das Künstleratelier sind seither unverändert: Das letzte, nicht vollendete Gemälde steht unfertig auf der Staffelei, die Pinsel und Farben liegen bereit und im Aschenbecher finden sich zwei halb gerauchte Virginia-Stummel. Seit 2014 ist das historische Gebäude ein Museum, wird liebevoll geleitet von Heike Kronseder und kann besichtigt werden. Im Erdgeschoss ist am Tag des offenen Denkmals zudem die Sonderausstellung „Mit Pinsel
und Palette: Unser Schöner Turm“ zu sehen. In Begleitung dieser großen Ausstellung im
Museum Erding bietet das Museum Franz Xaver Stahl 36 Gemälde und 20 Vitrinenobjekte,
die alle den Schönen Turm, das Wahrzeichen Erdings, als Motiv haben.
Sehenswert ist auch der Luftschutzkeller, den die Mutter des Tiermalers Stahl in den frühen
40-er Jahren bauen ließ. Er ist ein einzigartiges Denkmal, weil die gut erhaltenen unterirdischen
Schutzräume aus zwei Hälften des Dampfkessels einer Lokomotive geschaffen sind
und ein aufwändiges Gangsystem zu Notausgängen aufweisen.
Dieser Luftschutzkeller ist am Tag des offenen Denkmals begehbar. Wunderschön präsentiert sich auch der Garten des Museums: Alte Obstbäume mit Sorten wie Maunzen oder „Köstliche von Charneaux“ gestalten die „Oase der Ruhe“, wie Franz Xaver Stahl sein 1200 qm großes Gartengrundstück nannte.
Die Erlöserkirche in Klettham (Friedrichstraße 11) ist seit Februar 2018 als national wertvolles Kulturdenkmal eingestuft. Die Kirchengemeinde will dies am Tag des Offenen Denkmals feiern und eine große Collage mit Bildern, Erinnerungen und Geschichten gestalten. Wer mit dieser Kirche wertvolle Erinnerungen an eine Taufe, eine Hochzeit, eine Konfirmation oder ein Konzert verbindet, kann ein Foto oder Text bis zum 15. August schicken an andrea.oechslen@ev-kirche-erding.de oder Karin. Kreutzarek@t-online.de. Am 9. September wird um 10.30 Uhr ein Gottesdienst mit anschließendem Kirchenkaffee gehalten, um 14 Uhr gibt es eine Führung durch die Kirche. Ab 15 Uhr ist ein Erzählcafé mit Roland Büch, Mitarbeiter von Hans-Busso
von Busse, dem Architekten der Kirche, eingeplant. Busse ist auch bekannt als Architekt des neuen Flughafens München, als er den Zentralbereich der Passagierabfertigung mit Terminal 1, Zentralgebäude, Tower und Parkhäusern gestaltete. Sein Credo war stets „die Architektur des Maßvollen und der Rücksichtnahme, in einer Architektur, die das Angemessene mit dem Schönen zu verbinden weiß.“ Maßgeblich am Projekt der Erlöserkirche beteiligt war Busses Mitarbeiter Roland Büch. Er erinnert sich, dass Busse bewusst auf den Zeltcharakter
gesetzt habe, unten Mauerwerk, oben das Holzbalkengefüge mit sechs kreuzförmig einander
zugeordneten konstruktiven Jochen.

 

 

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