Wie schön „überwiegend schwarz“ sein kann

Jahresausstellung Kunstverein Erding im Frauenkircherl

 

 

Nach seiner Herbstausstellung „Blaue Stunde“ lud der Kunstverein Erding bayernweit Künstler zur Ausstellung „überwiegend schwarz“ ein. Die Resonanz der Schaffenden wie auch der Besucher zur Vernissage sprengte alle bisherigen Dimensionen, ein sicheres Zeichen für das Renommee des Vereins und seines äußerst rührigen Vorsitzenden Peter Breth. „Wir erhielten 420 Einreichungen von 160 Künstlern und konnten leider nur 56 im Frauenkircherl zeigen. Das war harte Arbeit, die auszuwählen und demonstriert zugleich, welche Qualität hier zu sehen ist!“

 

Keineswegs, so betonte Breth, sei die Wahl des Themas nur negativ besetzt: „Natürlich kommt einem schnell der Gedanke an Trauer, an eine Farbe, die alles verschluckt. Politisch denkt man heute an eine sehr negative, schwarzmalende Entwicklung. Aber daher heißt unsere Ausstellung ja auch „überwiegend“ – denn da sind dann doch immer noch Farbe, Licht und Zwischentöne!“ Zudem sei es doch so, wie schon Luther sagte: „Weißes erkennt man besser, wenn man Schwarzes dagegen hält“.

Damit verwies Breth auf das viele Bunte im Landkreis Erding. In der Kultur habe dafür über eine sehr lange Zeit der Zweite Bürgermeister, Landrat und Kultusminister Hans Zehetmair gesorgt, dem er ausdrücklich für dessen Engagement dankte. Zehetmair freute sich nicht nur über die hohe Qualität der Exponate und den außergewöhnlich schönen, weil perfekt passenden Ausstellungsort, das Frauenkircherl. „Kultur und Kunst sind für mich ein Motor für den Fortschritt der Wirtschaft. Mit den Worten von August Everding möchte ich sagen, dass Kunst gleichzeitig Lebensmitte und auch Lebensmittel ist für den Mensch!“ Er hoffe, trotz der zunehmenden Digitalisierung, dass auch bei unseren Enkeln Werte wie Rechnen, Lesen und Schreiben – und eben die Kultur wichtige Bestandteile ihres Lebens sein werden.“ Was der Kunstverein seit vielen Jahren immer wieder den Bürgern der Stadt und des Landkreises anbiete, das sei einfach fantastisch und spiegle die Vielfalt der Individuen im Verein wie auch in der Region wider. „Dass dies hier so toll funktioniert ist auch ein Verdienst der Kulturpolitik der Stadt Erding“, so Zehetmair.

Für die Große Kreisstadt war Kulturreferent und Vize-Bürgermeister Ludwig Kirmair gekommen, auch er zeigte sich fasziniert vom Motto, den ausgewählten Werken und der großen Resonanz der Erdinger. „Schwarz ist ja schließlich auch keine echte Farbe, sondern eine Mischung von allen anderen. Um wem es hier heute zu schwarz ist – der kann ja gerne eine rosa Brille aufsetzen!“

 

Außergewöhnlich unter zahlreichen herausragenden Werken war ein tropfender Wasserhahn, der mittels Beamer an die Wand geworfen wurde oder das Werk „Hinter Fäden“ von Wolfgang Bauer. Vor allem aber die Bleistiftzeichnung „Mann“ von Horst Siegel. Beinahe detaillierter als ein Foto nur sein kann.

 

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