Neuer „ Erding Jetzt “-Vorstand will gegen OB Gotz „anstinken“.

Thomas Schmidbauer löst Heike Brändle im Vorsitz ab

 

 

Ob und wen sie als Kandidaten für den Bürgermeister-Sessel in Erding im kommenden März aufstellen, damit wartet die Bürgerinitiative „Erding Jetzt“ noch ab. Mit Thomas Schmidbauer wählte sie einen neuen Vorstand, der Gründungsmitglied Heike Brändle nach zehn Jahren ablöst. „Der OB sitzt felsenfest im Sattel, hat beste Kontakte nach München und in die Presse. Wenn wir gegen den anstinken möchten, brauchen wir einen Arsch in der Hose und müssen zu unserer Meinung stehen. Themen gibt es ja genug“, führte sich Schmidbauer ein.Stadtrat Hans Egger stellte klar: „Wir sind die letzte unabhängige und freie Gruppierung im Erdinger Stadtrat. Sowie früher einmal die UWE den Bürgermeister und die meisten Stadträte stellte – da wollen wir hin“. Man habe es zwar nicht geschafft, mit Brändle „die erste echte Ur-Schwäbin in den Stadtrat zu bringen, aber sie hat uns verantwortlich für die Kasse bleibt Claudia Zellner, neue Schriftführerin wird Holle Gruber. „Nach einer tollen Zeit unter Heike Brändle starten wir jetzt einen personellen Neuanfang, mit den beiden jungen Beisitzern David Ritter und Carolina  Berglehner verstärken wir uns mit der nächsten Generation“, fasste Wahlleiter Egger zusammen.

 

Für Immobilien-Kaufmann und Hotelier Schmidbauer (55) steht in den kommenden Jahren vor allem das Gewerbegebiet Erding-West im Fokus. „Der gleiche OB Gotz, der Schülern für
ihren Protest gegen Klimazerstörung und Flächenfraß zujubelt, hat genickt, als ein Investor kam und sagte, er will im Gebiet Erding-West 100.000 Quadratmeter für Logistikhallen betonieren.
Das kann doch nicht sein!“, schimpfte Schmidbauer. „Erding Jetzt“ sei von Anfang an gegen diese Pläne gewesen und werde das weiter herausstellen. „Wir brauchen Gewerbegebiete,
aber nicht so überdimensioniert, sondern für den Mittelstand. Rund um Erding entstehen solche
in den letzten zehn Jahren hervorragend geführt, auch durch schwierige Zeiten.“
Brändle betonte in ihrem Foto-Rückblick, dass „Erding Jetzt“ immer eine fröhliche,  kommunikative und kreative Truppe gewesen sei. „Wir alle machen das aus Überzeugung für unsere Stadt und ich habe das zehn Jahre lang sehr gerne angeführt – doch jetzt sind andere
dran“, sagte Brändle. Mit Videos sowie den beliebten Wimmelbildern sei man positiv  aufgefallen, die vier Stadträte hätten zwar manchmal Prügel für Ideen einstecken müssen, doch
meist hätten die Bürger gelobt. „Nun geht es darum, dass wir für die kommende Wahl im März 2020 wieder 40 starke Leute auf unsere Liste bringen, so das Rathaus erneut stürmen und
unsere guten Ideen einbringen“, forderte Brändle.
Bei den Neuwahlen wurde Brändle von Thomas Schmidbauer abgelöst, sein Stellvertreter ist Peter Michalek, Gebiete für Handwerker und Mittelständler, bei uns gibt es das nicht.“
Zweiter Schwerpunkt der politischen Arbeit werde die „völlige Fehlplanung Nordumfahrung und Nordanbindung“ sein, wie Stadtrat Egger ankündigte. Da kein Mensch wisse, wer das Sagen
hat beim Fliegerhorst, sei es völlig offen, wann dieses Gelände der Stadt zur Verfügung stehe. „Eine Verknüpfung der Nordanbindung als Parallele zur Alten Römerstraße, die über das
Fliegerhorst-Gelände zur dringend erforderlichen Nordumfahrung führen soll, ist daher Blödsinn“, so Egger. Seit 2007 verspreche die CSU die Stadt-Umfahrung, aus seiner Sicht
werde auch in den kommenden zehn Jahren nichts passieren, „weil die Planung total falsch ist.“
Schmidbauer und Egger versprachen, der CSU und OB Gotz in den kommenden Monaten und Jahren Paroli bieten zu wollen, „dazu brauchen wir auch den Arsch in der Hose und Mut, zu unseren Ideen und Meinungen zu stehen“, sagte der neue Erding Jetzt-Vorsitzende.

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