Arbeiten mit Maß und Ziel

Haushalt der Stadt Erding

 

 

Erdings Haushalt kann nicht nur aufgrund seines Gewichtes jemanden erschlagen. Auf 502 Seiten dicht gedrängtem Zahlenmaterial ist die Zukunft der Stadt Erding dargelegt, zusammengestellt zum ersten Mal von Kämmerer Kurt Hiller. 90,6 Millionen Euro stehen im Verwaltungshaushalt, in dem die laufenden Kosten wie Personal oder Steuern geführt werden. 46,3 Millionen Euro sind es im Vermögenshaushalt, aus dem die Stadt für die Investitionen das nötige Geld entnimmt. Insgesamt „bewegt“ Erding im Jahr 2019 also 136,9 Millionen Euro.
Eine wichtige Komponente fehlt jedoch noch, nämlich die Höhe der Kreisumlage, die vom Kreistag erst im Februar beschlossen wird. „Wir legen daher den alten Steuersatz von 48,18 Prozent zugrunde“, erläuterte OB Max Gotz (CSU). Er rechnet jedoch mit einer beachtlichen Steigerung, die von der Gemeinde und der Stadt Erding aufgebracht werden müsste, wenn die Kreisumlage, wie von Landrat Martin Bayerstorfer angekündigt, auf über 51 Prozent ansteigt. Das könnte dann eine Mehrbelastung von einigen Millionen Euro bedeuten.

Daher mahnte Gotz zur Vorsicht. „Wir können beruhigt arbeiten, denn wir haben gute Zahlen“, aber die Stadträte sollten auch immer die Möglichkeit des Einsparens im Auge behalten. „Kein Potenzial zum Sparen sehe ich bei den Schulden und der Klinik, den Klassikern der Daseinsvorsorge.“
Sicher ist, dass auf die Stadt in den kommenden zehn Jahren gewaltige Fixausgaben zukommen. Trotz Beibehaltung der Hebesätze habe man bei den Steuereinnahmen die Ansätze erreicht, die Gewerbesteuer ist mit rund 31 Millionen Euro die stärkste Einnahmequelle für den Stadthaushalt, gefolgt von der Einkommenssteuer mit 28 Millionen. „Geld, das wir dringend zur Erfüllung der Pflichtaufgaben brauchen“, betont Gotz.
Ein heißes Thema ist der Bau von Wohnungen. Wenn man die neuesten vom Planungsverband veröffentlichen Zahlen anschaut, dann steht Erding hervorragend da, „denn wir haben im Jahr 2017 245 Wohneinheiten fertiggestellt. Pro Tausend Einwohner gerechnet lag Erding im vergangenen Jahr mit 7,6 fertig gestellten Wohnungen damit an der Spitze vor Dachau mit 7,2, Freising mit 5,2, Ebersberg mit 3,2 und München mit 3,0. „Das zeigt, dass Hysterie fehl am Platz ist“, betont Gotz. Zumal man mit dem neuen Thermenpark noch ein hervorragendes Potenzial im Portfolio habe.
Auch werde man die Rücklagen halten und eventuell sogar einen Tick auf 31,1 Millionen Euro ausbauen, „aber bei den freiwilligen Leistungen müssen wir Maß halten!“

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