Wen kann ich wählen?

Die Landtagskandidaten stellen sich in einer Podiumsdiskussion

 

 

Die Kandidaten von CSU, Grüne, SPD, AfD, Freie Wähler und FDP aus dem Stimmkreis Erding setzten sich am 14. September zu einer Podiumsdiskussion an den Tisch.

 

Ist die A94 für Dorfen ein Gewinn?
Ursula Frank-Mayer (60), Grüne: Die A94 ist ein Monument verfehlter Verkehrspolitik und ein ökologisches Disaster, dem ich nichts Positives abgewinnen kann.… Tankstelle, Burger Kind und Autoteile-Handel sind kein wirtschaftlicher Aufschwung. Selbst wenn es ihn gibt ist er es nicht wert für das, was hier zerstört wurde.

 

Ulrike Scharf (50), CSU: Das Isental ist ein ökologisches Schmuckkästchen, aber nun ist entscheidend, die A94 komplett fertig zu bauen. Wir brauchen große Verkehrsachsen, das Chemiedreieck braucht einen Anschluss.

 

Christian Korn (44), FDP: Die A94 war unbedingt nötig und ist eine riesen Chance, um die Region zukunftsfähig zu machen. Die A94 schafft Arbeitsplätze.

 

Wie sieht es aus mit dem Thema Ortsumfahrungen:
Ursula Frank-Mayer: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen neuen Straßen. Man muss hinterfragen, ob wir diese brauchen. Umfahrungen erwirken wieder neue Betroffene.

 

Rainer Mehringer (55), FW: Die A94 hat den Waldbestand deutlich verringert. Bei den Umfahrungen muss man differenzieren. In Taufkirchen ist der Verkehr nicht mehr tragbar. Aber in Bayern wird der Straßenbau extrem vorangetrieben, in die Schiene aber wesentlich weniger investiert.

 

Martin Huber (58) AfD: Bei den Ortsumfahrungen sind wir 20 Jahre zu spät, Straßen und Erschließungen sind aufgrund der extremen Zuzüge dringend notwendig.

 

Wie kann man Infrastrukturmaßnahmen beschleunigen?
Ulrike Scharf (CSU): Das Baurecht gibt klare Regeln vor und ist auch gut so. Wir brauchen mehr Personal bei den Genehmigungsbehörden, mehr Transparenz und müssen den Menschen von Anfang an den Nutzen des Projekts klarmachen.

 

Christian Korn (FDP): Verfahren müssen gestrafft werden. Wir brauchen eine zeitliche Obergrenze, innerhalb derer die Gemeinderäte eine Entscheidung treffen müssen.
 

Flächenverbrauch und Wohnungsmangel: Sollte man die Bauordnung ändern, damit ebenerdiges Bauen nicht mehr zulässig ist und Parkplätze unterirdisch gebaut werden müssen?

Rainer Mehringer (FW): Unterirdische Parkplätze und Wohnungen auf Discountern sind gut, aber der Mix macht es aus. Nur viele Wohnungen bauen löst die Wohnungsproblematik nicht. Wir müssen definitiv in die Höhe gehen, ein Einzelhaus mit 1000 Quadratmeter Garten ist nicht mehr haltbar.

 

Gerdtrud Eichinger (52), SPD: Den Traum von Eigenheim als Altersvorsorge haben viele, aber Fakt ist, dass die meisten doch überhaupt „nur“ eine bezahlbare Wohnung suchen und nicht finden. Die Mietpreisbremse ist ein gutes Mittel gegen die Mitsteigerungen, für Sozialwohnungsbau muss der Staat mehr Geld in die Hand nehmen.

 

3. Startbahn:
Ulrike Scharf (CSU): Ich bin eindeutig ein Gegner und suche Verbündete

Christian Korn (FDP): Ich bin hier nicht auf der Linie meiner Partei. Wir brauchen die 3. Startbahn nicht, ich bin nicht für ein Prestigeobjekt.

Gertrud Eichinger (SPD): Man muss Synergien etwa zwischen Nürnberg und München nutzen. Zudem gibt es keine Grenzwerte für Feinstaub, der Ultrafeinstaub ist eine Belastung für alle.

Ursula Frank-Mayer (Grüne): Wir brauchen die 3. Startbahn auch dann nicht, sollte ein Bedarf nachgewiesen sein. Denn ein Bedarf bedeutet, dass wir eine Fehlentwicklung haben, wir brauchen einen Ausbau der Schiene und eine völlig andere Verkehrs- und Wirtschaftspolitik.

 

Martin Huber (AfD): Wir fordern einen Bürgerentscheid gegen die 3. Startbahn, bei der die betroffenen Bürger abstimmen dürfen.

 

Rainer Mehringer (FW): Wir sind gegen die 3. Startbahn, die Bedarfe werden künstlich herbeigeführt etwa durch das Anwerben von Billigfliegern. Es geht ja auch darum, wo die Menschen, die dann am Flughafen arbeiten wohnen sollen. München sollte ein Regionalflughafen für die Bevölkerung vor Ort sein.
 

Wieso schafft es die Politik nicht, mehr und günstigen Wohnraum zu schaffen?
Ulrike Scharf (CSU): Wir versuchen, den Traum von den eigenen vier Wänden durch viele Maßnahmen möglich zu machen: Verbesserung im Sozialwohnungsbereich und auch Baulandausweisung, aber der Staat kann nicht alles regeln.

 

Gertrud Eichinger (SPD): Wir brauchen Wohnbauförderung, verstärkten Sozialwohnungsbau und müssen die Sozialbindungen verlängern. Geänderte Bauordnungen können kostengünstiges, energieeffizientes Bauen ermöglichen.

 

Christian Korn (FDP): Man muss günstiger bauen können und sollte die Grunderwerbessteuer für den ersten Nutzer abschaffen.

 

Rainer Mehringer (FW): Auch in den kleinen Landgemeinden sind Häuser mit bis zu sieben Stockwerken durchaus denkbar. Sozialer Wohnungsbau alleine reicht nicht, man braucht auch gerade für ältere Menschen intelligente Wohnungsmodelle

 

Fachkräftemangel:
Gertrud Eichinger (SPD): Wir brauchen Imagewerbung für den Mittelschulabschluss und Quali. Über Erfolgsgeschichten kann man der Lehre mehr Perspektiven schaffen. Zudem müssen wir die Berufsschule zukunftsorientiert ausstatten, damit Lernen Spaß und Freude macht.

Ursula Frank-Mayer (Grüne): Handwerksberufe haben zu wenig Anerkennung, in vielen Berufen fehlt auch eine entsprechende Bezahlung.

 

Martin Huber (AfD): Wir brauchen eine deutsche Arbeitsmarkt-Zuwanderung. Es macht keinen Sinn, wenn Asylbewerber unsere Kranken pflegen. Das Fachpersonal muss qualifiziert sein.

 

Wer koaliert mit wem?
Ulrike Scharf (CSU): Wir arbeiten erst einmal daran, ein so gutes Ergebnis wie möglich zu erzielen. Am besten bleibt es so wie es ist. Über schwarz-grün will ich nicht spekulieren.

 

Ursula Frank-Mayer (Grüne): Wir Grüne wollen mitgestalten, aus der Opposition heraus ist das schwierig. Aber das kommt letztlich auf die Themen an.

 

Rainer Mehringer (FW): Regierungsverantwortung von Haus aus abzulehnen ist absolut kontraproduktiv.

 

Christian Korn (FDP): Warten wir doch erst mal den 14. Oktober ab.

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