Wer macht künftig die Politik im Landkreis?

 

Am 15. März wird bei der Kommunalwahl in Bayern in 2056 Gemeinden und Städten sowie in 71 Landkreisen gewählt. Rund 40.000 Kandidaten bewerben sich für die Dauer von sechs Jahren um ein kommunalpolitisches Amt. Im Landkreis Erding sind fast genau 130.000 Bürger wahlberechtigt. Sie entscheiden über einen neuen Landrat und 60 Kreisräte im Kreistag, in
der Großen Kreisstadt Erding geht’s um den Oberbürgermeister sowie 40 Stadträte, in den restlichen 25 Gemeinden um Bürgermeister und Gemeinderäte.

 

Wahl des Kreistags:
Bei des Erdinger Kreistags hat jeder Wähler so viele Stimmen, wie es Sitze zu verteilen gibt: also 60. Üblicherweise treten Parteien oder Wählergruppen mit eigenen Listen an. Jeder Wähler kann nun einfach eine komplette Liste ankreuzen, dann gehen alle seine 60 Stimmen an diese Partei oder Gruppe. Er darf auch Kandidaten mehrerer Listen ankreuzen - das nennt man Panaschieren. Und er kann einzelnen Kandidaten bis zu drei Stimmen geben, das nennt man
Häufeln oder Kumulieren. Bei der Auszählung werden die Stimmen für alle Kandidaten einer
Liste zusammengezählt. Danach entscheidet sich, welche Liste wie viele Sitze im neuen Kreistag
besetzen darf. Die Mandate bekommen dann diejenigen Kandidaten dieser Liste mit den besten
Einzelergebnissen - also nicht unbedingt in der Reihenfolge, wie sie auf dem Wahlzettel stehen. Da die Wähler einzelnen Kandidaten mehrere Stimmen geben können, rücken bekannte und beliebte Personen oft nach vorne, sie werden „nach vorne gehäufelt“.


Wir haben uns auf die drei Landratskandidaten Martin Bayerstorfer(CSU), Rainer Forster (AfD) und Michael Schreiner (SPD/Grüne/FW) beschränkt und jedem Bewerber einen Fragebogen geschickt.

Martin Bayerstorfer
Martin Bayerstorfer (CSU)
54 Jahre, verheiratet, 3 Kinder,
Diplom-Landwirt

Welche Prioritäten setzen Sie beim Thema Verkehr?
Wir planen eine Mobilitätsoffensive. Mit Maßnahmen aus dem kürzlich vorgestellten Nahverkehrsplan wollen wir noch mehr Menschen dazu bringen, die Angebote des ÖPNV zu
nutzen. Dazu gehören Expressbusse, Taktverdichtung auf der Linie 512, das Projekt „Handyhike“ als Mitfahrzentrale und auch, die Bahnstrecke bis Dorfen in den MVV-Tarif zu integrieren. Wichtig bleiben S-Bahn-Ringschluss, zweigleisiger Ausbau der S-Bahn nach München, um einen 10-Minutentakt aufbauen zu können und die Nordumfahrung  ED 99.

 

Was wird der Landkreis tun gegen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum tun?
Hier haben wir ein Erbbaurechtsprogramm für Familien entwickelt, das das  generationenübergreifende Wohnen berücksichtigt. Ein weiteres Ziel ist ein Miet-Kauf-Modell für Familien mit geringem Eigenkapital zum Erwerb einer Eigentumswohnung. Mit der landkreiseigenen Wohnungsbau- und Grundstücksgesellschaft werden wir daran arbeiten, Projekte mit einem Mietzins deutlich unter dem ortsüblichen Niveau zu verwirklichen. Neu sind Planungen für ein Objekt in Wartenberg mit 85 neuen Wohnungen.

Wo werden Sie auf keinen Fall etwas einsparen?
Der Landkreis Erding ist bei der Finanzkraft sehr leistungsstark. Das stationäre Gesundheitswesen mit Häusern in Erding und Dorfen, Familien und Soziales, Bildung oder
Maßnahmen zum Klimaschutz kosten Geld, das wir im Sinne unserer nachfolgenden Generationen bereit sein müssen, zu investieren.


Welche Lösungsmöglichkeit haben Sie gegen den Fachkräftemangel?
Das Handwerk und die „grünen Be rufe“ müssen mehr gestärkt werden, um mehr junge Menschen dafür zu begeistern. Auch die Flüchtlinge in unserem Landkreis sehen wir als
Potenzial. Wir wollen diesen zu geregelten Beschäftigungsverhältnissen und den Betrieben zu qualifizierten Mitarbeitern verhelfen. Für das Klinikum Erding ergriffen wir Maßnahmen, um den Pflegeberuf in den Fokus zu rücken: Bildungszentrum für Gesundheitsberufe und Hebam-
menstipendium für junge Menschen in der Geburtshilfe.

 

Was ist Ihr wichtigstes Vorhaben für junge Menschen?
Für eine bessere medizinische Versorgung der Kinder beantragen wir für das Klinikum Erding die Aufstufung zum Schwerpunktversorger, um so eine pädiatrische Abteilung zu etablieren, damit Familien nicht länger nach Landshut oder München fahren müssen. Für die Freizeitgestaltung haben wir den Jugendzeltplatz am Notzinger Weiher geschaffen. Für den
landkreiseigenen Thenner See planen wir auch eine Ertüchtigung und Verbesserungen zur Naherholung.

 

Weniger Kinder und eine zunehmend ältere Bevölkerung: Wie richten Sie Ihre Politik danach aus?
Der Landkreis Erding ist in Bezug auf die Bevölkerung einer der jüngsten in ganz Deutschland. Von daher gibt es Planungen für die Etablierung einer Fachschule für Erzieherinnen in Erding. Wir etablieren Familien-Stützpunkte in verschiedenen Gemeinden, um wichtige Anlaufpunkte für Familien außerhalb des Landratsamtes zu schaffen. Wir erarbeiten gerade ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept.

 

Wie wollen Sie die vom Bund angestrebte Energiewende im Landkreis umsetzen?
Wir haben gerade einen Klimaschutzatlas veröffentlicht. Er zeigt, dass im Landkreis Erding bereits deutlich mehr Energie aus regenerativen Quellen produziert wird, als verbraucht. Trotzdem wollen wir uns darauf nicht ausruhen und weitere Potenziale nutzen: Einsatz alterna-
tiver Antriebsmodellen im ÖPNV, wo es Sinn macht die Umsetzung von Photovoltaikprojekten auf öffentlichen Gebäuden oder Flächen wie der Kreismüll-Deponie im Sollacher Forst, die über die EnergieVisionErding GmbH (EVE) umgesetzt werden. Wir haben ein Ladesäulenkonzept er-
arbeitet mit sinnvollen Standorten für E-Tankstellen. Der Landkreis hat bereits neun E-Ladesäulen an eigenen Liegenschaften errichtet. wollen jetzt eine Förderung für E-Fahrzeuge, wie Lastenräder, auf den Weg bringen. Auch plane ich die Schaffung eines Klimapreises.

 

Wie soll der Landkreis Erding in 20 Jahren aussehen: Flächenversiegelung, Grünflächen?
Mit den uns zur Verfügung stehen den Flächen und den daraus entstehenden Ressourcen müssen wir sparsam umgehen. Ich habe eine Arbeitsgruppe „Flächensparendes Bau-
en“ für diese Thematik gegründet. Erarbeitet wurde eine Checkliste als Hilfestellung für die Gemeinden, ohne dabei in die kommunale Planungshoheit einzugreifen: Vorschläge zu Fest-
setzungen über Mindestmaße (statt wie bisher eher üblich Höchstmaße) unterbreitet, also etwa eine Mindestanzahl von Geschossen. Auch die Verpflichtung zur Überbauung von Gewerbegebäuden mit Büronutzungen oder die verpflichtende Erichtung von Tiefgaragen sind auf der Empfehlungsliste. Wichtiger Aspekt ist die Auswahl und Gestaltung von naturschutzrechtlichen Ausgleichsflächen, die für solche baulichen Eingriffe zur Verfügung gestellt werden. Die Schonung wertvoller landwirtschaftlicher Böden ist ebenso wichtig wie auch das bisher ungenutzte Potenzial vieler gemeindeeigener innerörtlicher Flächen. Gemeinsam mit
der Bevölkerung will ich einen Landkreisentwicklungsplan anstoßen, mit dem wir für die kommenden Jahre besser planen können.

Wie stark soll der Landkreis bei der Bevölkerung in den kommenden Jahren wachsen?
Das können wir als Landkreis nicht steuern, weil die Ausweisung von Baugebieten bei den Städten, Märkten und Gemeinden entschieden wird. Ich empfehle ein verträgliches und mäßiges Wachstum.

 

Welches sind die drei wichtigsten Bauprojekte, die Sie anpacken werden?
Die wichtigsten Bauprojekte für mich sind die Erweiterung des Anne-Frank-Gymnasiums, die Mensa am Korbinian-Aigner-Gymnasium, die Erweiterung der Landwirtschaftsschule und das Bauernhausmuseum.

 

Was werden Sie konkret tun im Bereich Klima-, Natur- und Artenschutz?
Schon lange setze ich mich dafür ein, unsere Heimat schonend zu behandeln und für kommende Ge nerationen zu bewahren. Dafür haben wir im vergangenen Jahr einen
Klimaschutzmanager eingestellt, der diesen Bereich bearbeiten soll. Wir haben für die landkreiseigenen Flächen eine Pachtzinsminderung eingeführt, wenn Blühflächen angelegt
werden (über 42.000m² waren es im Jahr 2019) oder auch eine Meldeprämie für den Fund von Kiebitzgelegen. Die Kreisfachberatung für Gartenbau wird weiterhin darüber informieren,
was jeder Einzelne tun kann, um ak tiven Naturschutz zu betreiben. Mit der regionalen Marke „echt.erding“ schaffen wir ein Bewusstsein für den Bezug von Waren und Dienstleistungen aus dem Landkreis, damit kann jeder einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das Plastikvermeidungs-Konzept wurde kürzlich vorgestellt und leistet ebenso einen wichtigen Beitrag.

Drei Worte, die Ihnen zum Landkreis Erding einfallen:
Heimat, Tradition, Zukunftsperspektive

Sie reden gerne über:
Politische Themen, das hat wohl mein Beruf so an sich

Ihr erster Satz in der konstituierenden Sitzung lautet:
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich begrüße Sie herzlich zur konstituierenden Sitzung des Kreistages, danke für einen fairen Wahlkampf und gratuliere Ihnen allen zur  Wahl (So ich denn wiedergewählt werde)

Wovon haben Sie gar keine Ahnung?
Ich weiß bei einigen Dingen nicht Bescheid, handle aber nach dem Grundsatz „Keiner allein weiß so viel, wie wir alle zusammen“.

Eine Marotte, für die Sie in Ihrem Freundeskreis bekannt sind:
Leider bin aufgrund des hohen Termindrucks bisweilen etwas unpünktlich.

Was haben Sie in Ihrer Hosentasche?
Für gewöhnlich habe ich immer mein Handy dabei, um dann auch immer erreichbar zu sein.

Eine unwiderstehliche Versuchung ist für Sie:
Bei uns gibt es im Büro sehr oft Süßigkeiten, da werde ich oft schwach.

 

 

Rainer Forster
Rainer Forster (AfD)
44 Jahre, verheiratet, 3 Kinder,
Geschäftsführer Landwirtschaftsverband

Welche Prioritäten setzen Sie beim Thema Verkehr?

 

Der Landkreis verfolgt mit der kürzlich beschlossenen Weiterentwicklung des Nahverkehrsplans das Ziel der Verkehrsvermeidung und -reduzierung. Gemeinsam mit dem Projektleiter des MVV will ich den Verkehrsverbund zu einem Mobilitätsverbund entwickeln und die Städte und Gemeinden einbinden. Es braucht Druck aus dem Landratsamt für die teils seit Jahrzehnten diskutierte Verkehrsentlastung mancher Kommune, die bessere Anbindung an den Flughafen und die Landeshauptstadt.

 

Was wird der Landkreis tun gegen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum tun?
Der Landkreis verfügt über eine eigene Wohnungsbaugesellschaft, bei der fast alle Kommunen Mitglied sind. Nach vielen Jahren Stillstand gibt es inzwischen wieder erste Aktivitäten. Hier gilt es gemeinsam mit den Gemeinden den sozialen Wohnungsbau völlig neu zu denken. Noch aber
gibt es Auswüchse anderer Art. Bekanntlich versteigerte eine Kommune Grundstücke meistbietend.
 

Wo wollen Sie etwas einsparen, damit der Kreis weiterhin handlungsfähig bleibt?

Wir haben jedes Jahr einen neuen Rekordhaushalt. Getragen wird er im Wesentlichen von der Kreisumlage der Kommunen. Und hier von der Stadt Erding und der Gemeinde Oberding. So lange die Wirtschaft läuft, die Steuern sprudeln, ist es leicht in Erding Politik zu machen. Und selbst die Anti-Bayerstorfer-Allianz (SPD, FW, Grüne) bescheinigt dem Amtsinhaber eine solide Haushaltspolitik. Was aber nichts an den steigenden konjunkturellen Risiken ändert.


Wo werden Sie auf keinen Fall etwas einsparen?
Ich möchte als meine erste Amtshandlung mit den neu gewählten Mitgliedern des Kreistags ein gemeinsames Leitbild entwickeln. In den Gremien, also den Ausschüssen, soll gemäß dem neuen Leitbild jeder Posten auf den Prüfstand. Oberste Richtschnur für Entscheidungen
muss nach meiner Überzeugung der Nutzen für das Gemeinwohl sein. Diesen Prozess werde ich sicher gut moderieren.

 

Welche Lösungsmöglichkeit haben Sie gegen den Fachkräftemangel?
Ein zuverlässiger Indikator um Knappheit am Arbeitsmarkt zu messen ist die Lohnentwicklung. Der Anteil der Arbeitnehmer, die in Deutschland einen Niedriglohn beziehen, ist im europäischen Vergleich hoch. Schon wegen der Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU dürfte es nur wenig Mangel an Fach- und Arbeitskräften geben. Doch selbst EU-Ausländer wollen scheinbar eher nicht im Billiglohnland Deutschland arbeiten.

 

Was ist Ihr wichtigstes Vorhaben für junge Menschen?
Junge Menschen sollen vor allem die Freiheit haben, sich selbst zu entdecken. Wir haben im Landkreis mit unseren Sportvereinen, der Kreismusikschule und zahlreichen Zusatzangeboten an Schulen viel zu bieten. Trotzdem sollen sie auch noch Kinder sein und selbst Grenzen austesten können. Wenn aus ihren Reihen der Impuls für ein Jugendparlament kommt, werde ich das wohlwollend unterstützen.

 

Weniger Kinder und eine zunehmend ältere Bevölkerung: Wie richten Sie Ihre Politik danach aus?
In den Medien ist schon seit längerer Zeit die Rede von einer schrumpfenden Bevölkerung. Nach der deutschen Vereinigung hat man eine aussterbende Gesellschaft an die Wand gemalt. Doch die Bevölkerung ist durch Zuwanderung, aber auch durch wieder steigende Geburtenraten heute höher als zum Beispiel 1990. Die Demografie wird als Mittel der sozialpolitischen Demagogie genutzt. Man reduziert soziale Probleme auf demografische. Zukunftsängste werden bestärkt, anstatt politisch zu gestalten und dafür zu sorgen, dass sich die Bevölkerungsentwicklung
positiv gestaltet. Ein schrumpfendes Volk, eine aussterbende Gesellschaft oder eine Gesellschaft, der die Arbeit ausgeht, ist die Bundesrepublik nicht.

 

Wie wollen Sie die vom Bund angestrebte Energiewende im Landkreis umsetzen?
Unsere landkreiseigenen Einrichtungen sind energetisch und wirtschaftlich auf einem sehr guten Niveau. Wenig Visionen wurden dagegen seit 2013 bei der EVE Projektentwicklungs-gesellschaft mbH realisiert. Sinnvoller erscheint es mir noch immer, wenn die Bürger von der Energiewende direkt partizipieren können, so wie es im Landkreis Freising praktiziert wird.

 

Wie soll der Landkreis Erding in 20 Jahren aussehen: Flächenversiegelung, Grünflächen?
Ich werde eine interkommunale Zusammenarbeit anstreben, um den Unterbietungswettbewerb der Gemeinden für Industrie- und Gewerbegebiete zu stoppen. Das stärkt die Wettbewerbssituation jeder einzelnen Kommune. Innerörtliche Baulücken sollen in den Kommu-
nen konsequent reaktiviert werden, um weitere Neuausweisungen von Bauland am Ortsrand vermeiden zu können. Durch innovative Grundrisse können auch auf kleiner Grundfläche
attraktive Wohnungen und Eigenheime entstehen. Kostengünstige Wohnflächen mit individuellen Freiräumenkönnen so geschaffen werden. Außerdem werde ich Initiativen für Ge-
meinschaftsgärten unterstützen und dafür Sorge tragen, dass der Charakter unserer Naherholungsgebiete erhalten bleibt.

Wie stark soll der Landkreis bei der Bevölkerung in den kommenden Jahren wachsen?
Die Vorzeichen stehen auf Wachstum. Allein im Lab Campus, eine Art Silicon Valley im Erdinger Moos, sollen 20.000 Menschen Beschäftigung finden. Auch bei diesem Projekt wird der zweite vor dem ersten Schritt gemacht. Es fehlt an der analogen Infrastruktur. Auf eine Prozentzahl
möchte ich mich nicht festlegen.

 

Welches sind die drei wichtigsten Bauprojekte, die Sie anpacken werden?
Zunächst wird umgesetzt, was schon auf der Agenda steht: die beiden Baustellen an den Erdinger Gymnasien und die Nordumfahrung. Außerdem soll die medizinische Versorgung
auf dem Land gesichert werden und unsere beiden Krankenhäuser strategisch gut aufgestellt bleiben.

 

Was werden Sie konkret tun im Bereich Klima-, Natur- und Artenschutz?
Konsequent auf Verkehrsreduzierung und –vermeidung hinarbeiten. Das gelingt mit einem vernünftigen Mobilitätskonzept. Die Bürger sollen selbst Akteure der Energiewende werden und bekommen dafür die fachliche Unterstützung. Und mit unserer Regionalmarke stärken wir
nicht nur die heimische Wirtschaft - insbesondere die Landwirtschaft - sondern leisten einen wertvollen und effektiven Umweltschutz.

 

Drei Worte, die Ihnen zum Landkreis Erding einfallen:
Bildungsregion, Gesundheitsregion - rrüher waren wir mal Airfolgsregion, wie sich die Zeiten ändern.

Sie reden gerne über:
Politik und Toleranz – egal von welcher Partei oder Gruppierung mein Gegenüber gerade ist. Und ich höre auch gerne anderen zu.

 

Ihr erster Satz in der konstituierenden Sitzung lautet:
Das weiß ich jetzt noch nicht. Ist ja noch eine Weile hin.

 

Wovon haben Sie gar keine Ahnung?
Fußball. Ich weiß nur, dass die Bayern, meistens gewinnen und der Klopp jetzt Werbung für eine Erdinger Brauerei machen soll.

Eine Marotte, für die Sie in Ihrem Freundeskreis bekannt sind:
Ich habe die seltsame Angewohnheit manches in Frage zu stellen. Nicht selten bilden sich andere daraus eine Meinung. Und schon entwickelt sich etwas Neues.

Was haben Sie in Ihrer Hosentasche?
Hm? Das will der FRED jetzt nicht wirklich wissen.

Eine unwiderstehliche Versuchung ist für Sie:
Einen heißen Sommertag mit meiner Familie am Thenner See verbringen, mit den Gästen im Taufkirchener Kino über eine gerechtere Welt philosophieren, mit meinem Hund das Erdinger Holzland erkunden und selbstverständlich Politik gestalten.

 

Hans Schreiner
Hans Schreiner (FW)
unterstützt von Grüne/SPD:
62 Jahre, verheiratet, 2 Kinder,
Diplom-Agraringenieur

Welche Prioritäten setzen Sie beim Thema Verkehr?
ÖPNV! 30-Minuten-Takt für die Hauptorte. Schaffung von Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder an den Haltestellen, um diese für den Zubringerverkehr zu nutzen. Das Auto wird auch in Zukunft eine große Rolle im ländlichen Bereich spielen, der Individualverkehr kommt aber an seine Grenzen. Gerade darum muss der Verkehrszuwachs über verlässlichen ÖPNV abgefangen werden.

 

Was wird der Landkreis tun gegen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum tun?
Die Gemeinden betreiben bereits heute zusammen mit dem Landkreis eine  Wohnungsbaugesellschaft. Dieser kommt auch in Zukunft eine große Bedeutung zu. Darüber hinaus sind Nutzungskonzepte zu entwickeln, die es Menschen erlauben je nach  Lebensabschnitt bedarfsgerechte Wohnungen zu finden: durch flexible Grundrisse, aber auch durch vermehrtes „Wohnen auf Zeit“. Junge Leute können mit einem kleinen Haus beginnen, wenn die Familie wächst ziehen sie in ein größeres Haus, im Alter wieder in eine bedarfs-
gerechte Wohnung. So etwas setzt natürlich Flexibilität voraus.

 

Wo wollen Sie etwas einsparen, damit der Kreis weiterhin handlungsfähig bleibt?

Verwaltungsabläufe können schon heute optimiert werden. Gut gemeinte Ansätze werden durch überbordende Bürokratie ins Gegenteil verkehrt. Oft wird auf diese Weise die Verantwortung abgeschoben. Sich hinter Vorschriften zu verschanzen hilft nicht weiter! Schlanke effektive
Verwaltung mit kurzen Entscheidungswegen - das spart Zeit und Geld!

 

Wo werden Sie auf keinen Fall etwas einsparen?
Im Gesundheitsbereich und bei der Bildung.

 

Welche Lösungsmöglichkeit haben Sie gegen den Fachkräftemangel?
Ausbildung vor Ort, nach Möglichkeit im Landkreis! Vereinbarkeit von Arbeit und Familie fördern. Verkürzte Anerkennungszeiten für ausländische Bewerber.

 

Was ist Ihr wichtigstes Vorhaben für junge Menschen?
Gute Startbedingungen durch eine den Fähigkeiten angepasste Ausbildung bieten. Darüber hinaus möchte ich der kommenden Generationen unseren Landkreis mit intakter Umwelt übergeben.

 

Weniger Kinder und eine zunehmend ältere Bevölkerung: Wie richten Sie Ihre Politik danach aus?
Selbstbestimmung für die älteren Mitbürger solange möglich sichern. Dazu gehört ein zuver-lässiger, bedarfsgerechter ÖPNV und barrierefreier Ausbau öffentlicher Infrastruktureinrichtungen. Die mittlere Generation darf nicht überfordert werden. Kinderbetreuung, Pflege der Eltern und Aufbau einer eigenen Existenz können schnell an Grenzen heranführen. Der Staat muss unterstützen, wo der Einzelne überfordert ist. Daher Hilfe und Beratung in allen Lebensabschnitten.

 

Wie wollen Sie die vom Bund angestrebte Energiewende im Landkreis umsetzen?
Energiemix! … und Energieeinsparung. Es gibt keine einzelne große Schraube an der wir drehen müssen - viele kleine Schrauben können viel erreichen. Dabei müssen wir vielleicht die eine oder andere liebgewonnene Gewohnheit hinterfragen. Mal schnell übers Wochenende ins
Ausland zu reisen ist da eher kontraproduktiv.

 

Wie soll der Landkreis Erding in 20 Jahren aussehen: Flächenversiegelung, Grünflächen?

Es muss weiterhin einen Unterschied zwischen Stadt und Land geben. Wir dürfen nicht zulassen in einem „Siedlungsbrei“ zu versinken. Ich habe im Ausland oft Gebiete rund um große
Flughäfen gesehen. Wir müssen das besser machen und den Charakter unseres Landkreises bewahren.


Wie stark soll der Landkreis bei der Bevölkerung in den kommenden Jahren wachsen?
Das Bayerische Landesamt für Statistik geht von einer Zunahme um 10,6% in 20 Jahren aus. Das entspricht einem Durchschnitt von 0,5% im Jahr.

 

Welches sind die drei wichtigsten Bauprojekte, die Sie anpacken werden?
Derzeit sind viele Projekte in der Anlaufphase: Turnhalle AFG-Gymnasium, Ausbau unserer Schulen, Erweiterung der Klinikgebäude - erst dann kann ich weitere Projekte angehen!
Ich denke aber auch, dass die vorhandene Infrastruktur erhalten werden muss und ein Politiker nicht nach der in seiner Amtszeit versiegelten Fläche gemessen werden sollte.

 

Was werden Sie konkret tun im Bereich Klima-, Natur- und Artenschutz?
Die Bevölkerung sensibilisieren indem ich die Beratung und Aufklärung verbessere. Bei allen Baumaßnahmen und Investitionen muss der ökologische Fußabdruck über die ganze
Nutzungszeit errechnet werden unddieser in die Entscheidungen einfließen.

 

Drei Worte, die Ihnen zum Landkreis Erding einfallen:
Heimat, Gemeinschaft, Lebensfreude.


Sie reden gerne über:
Meine Familie.

 

Ihr erster Satz in der konstituierenden Sitzung lautet:
Hiermit eröffne ich die konstituierende Sitzung des Kreistags Erding!

 

Wovon haben Sie gar keine Ahnung?
Von Dingen, die ich nicht kenne!

Eine Marotte, für die Sie in Ihrem Freundeskreis bekannt sind:
Beim Nachdenken halte ich den Kopf schief.

Was haben Sie in Ihrer Hosentasche?
Schlüssel, Geldbörse, Taschentuch.


Eine unwiderstehliche Versuchung ist für Sie:
Apfelstrudel.

 

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